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Essen mit Kindern – erzählt von zuhause! In der SZ tobt der Wahnsinn am Familientisch

Kinder tarnen sich nur als unfertige Erwachsene – in Wahrheit kommen sie von einem anderen Stern: Ihre Körper funktionieren nicht normal, deshalb können und mögen sie die natürlichsten Dinge nicht, schlafen, zum Beispiel. Oder auf den Topf gehen und sich erleichtern. Lieber ärgern sie die Mutter. Dann halten sie bösartig ein, wie Psychoanalytiker genau wissen. Vor allem aber befriedigen sie einen der elementarsten Triebe des Menschen nicht: Sie wollen nicht essen.

Natürlich stimmt das alles nicht. Davon bin ich zutiefst überzeugt, nicht nur aus eigener Erfahrung. Es ist sogar genau umgekehrt: Ein normales, gesundes Kind ist müde, schläft, geht aufs Töpfchen und isst gerne, weil es Hunger hat, denn sein Körper wächst rasant. Nur wenn Mutter, Vater und sonstige Erziehungsberechtigte es dabei stören, etwa mit Beschimpfungen und schlechtem, lieblos serviertem Essen, klappt es nicht mit den natürlichen Trieben. Oder das Kind ist krank.

Eindrucksvoller Unterschied zwischen Mensch und Tier

Wie sollte es anders sein? Warum sollten Kinder die Bedürfnisse ihres Körpers nicht erfüllen wollen? Warum sollte ausgerechnet der Nachwuchs allesfressender Großaffen mit Attrappen und Ritualen zum Essen getrickst werden? Wo doch in der gesamten Tierwelt die Eltern von dem Moment an, in dem die Jungen auf der Welt sind, kaum damit hinterher kommen, den Kalorienbedarf der gefräßigen Brut zu befriedigen?

Aber natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Mensch und Tier. Das bezeugen Regale voller künstlicher Kinderprodukte im Supermarkt unwiderlegbar: Wurst mit Gesicht, Käse mit bunten Flecken, Fruchtzwerge. Ebenso eindrucksvoll ist das Heer von Vorschlägen, wie man Kindern Gemüse, Fisch, Fleisch, Salat, Obst, Rohkost oder Käse unterjubelt. Also alles außer Pizza, Pommes und Nudeln mit Soße. Die Tipps reichen von albern über ekelhaft bis ungehörig: Geben Sie Gemüse lustige Namen, lassen Sie die Kinder mit dem Essen spielen, ruhig auch mal werfen (!), empfiehlt DER SPIEGEL.

Ist das wirklich normal?

Wie es dann beim Essen zugeht in der modernen Durchschnitts-Familie, beschreibt Katja Schnitzler in der Süddeutschen Zeitung. Da hat sie eine Kolumne „Der ganz normale Wahnsinn – Leben mit Kindern“, und sie klagt: „Essen mit Kindern könnte so schön sein!“.

Wenn es nicht so traurig wäre, würde man darüber lachen und rufen: „Hey, erzähl doch mehr von zuhause!“ Aber leider ist die Szene ein Lehrstück für den entwertenden Umgang mit Kindern – und mit Essen. Ein Fall für die Super-Nanny: Die Tochter im Schulkindalter möchte Nudeln ohne Soße. Weil sie aber Nudeln mit Soße bekommt, fängt sie an, mit den Fingern die Soße von den Nudeln abzustreifen, der kleine Bruder springt vom Stuhl auf, um der Schwester zuzusehen, der Vater herrscht beide Kinder an, vor Schreck verschluckt sich die Tochter, beim Krampfhusten stößt sie ein Glas Wasser um, der Sohn kippt vom Stuhl, sein Nudelteller zerschellt, die Eltern müssen die Scherben aufkehren und die Mutter ist am Ende so entnervt, dass sie den Kindern den Nachtisch wegreißt und einen sehr unappetitlichen hysterischen Anfall bekommt.

Das mal als Abriss. Ich verstehe die Eskalation in keinem einzigen Schritt. Der Kern ist: Die Tochter will ihre Nudeln ohne Soße – normal. Warum klatscht die Mutter ihr trotzdem Soße drauf? Und warum zwingt sie das Kind, diese Nudeln mit Soße zu essen, warum macht sie nicht einfach einen neuen Teller? Wieso weiß eine Mutter nicht, was ihre Tochter mag? Und wenn sie es schon nicht weiß – was ist schwer daran, vor dem Servieren zu fragen: „Wie möchtest Du Deine Nudeln, Schatz?“ Vor allem: Warum darf sich ein Schulkind, das mindestens 7 Jahre alt ist, nicht selbst am Tisch bedienen?

Moderne Eltern – am Rande der Ess-Störung

Ich hätte in der Familie auch nichts gegessen. Wobei der Fisch natürlich vom Kopf her stinkt, denn die Eltern haben selbst eigenartige Essgewohnheiten, wie die Autorin am Anfang offen beschreibt: Die Mutter macht bei der Arbeit keine Mittagspause, sondern verdrückt schnell ein Brot am Schreibtisch. Der Vater haut sich in der Kantine ohne Besinnung etwas rein und schmeckt nichts davon. Beide Eltern halten das für den ganz normalen Alltag: nichts oder achtlos essen, sich nicht entspannen, nichts schmecken. Wenn die Eltern keinen Wert aufs Essen und auf sich selbst legen, was erwarten sie dann von ihren Kindern?

Kein Wunder also, dass es in dieser modernen Musterfamilie normal ist, einem Kind, das sich verschluckt hat, zu sagen, man müsse jetzt seine „Sauerei“ wegwischen. Oder den Kindern das Essen wegzureißen, wenn sie sich – altersgemäß – um Süßigkeiten zanken. Da fegt die Mutter das ganze Dessert vom Tisch.

Bei uns gab es einmal sonntags Eistorte zum Nachtisch. Als die geteilt werden sollte, herrschten verschärfte Bedingungen – meine Schwester und mein Bruder verdächtigten sich gegenseitig der Gier und des Betrugs. Ich bin die Mittlere und galt als etwas neutraler, deshalb haben die beiden mich damit beauftragt, zu teilen. Ich zog mit dem Messer Linien ins Eis, sofort haben die anderen mit dem Lineal nachgemessen, ob die Stücke gleich groß sind. Sie waren es nicht, ich musste nachjustieren. Übrigens haben wir das unter uns in der Küche erledigt. Meine Eltern saßen derweil am Esstisch, tranken noch ein Glas Wein und amüsierten sich darüber, mit welcher Ernsthaftigkeit wir verhandeln. Als wir mit den geometrisch abgemessenen Stücken auf den Tellern wieder rauskamen, war alles geregelt.

Einblick in die Esskultur: amerikanische Verhältnisse

Aber zurück zur modernen Musterfamilie, in der die Mutter den Kindern das Dessert wegreißt. Nicht, dass der Nachtisch an sich zu retten gewesen wäre – denn es gibt eine Handvoll Gummibärchen. Wie bitte, Gummibärchen? Dieser künstlich gefärbte und aromatisierte, durch Düsen gedrückte Industrieschaumstoff? Ich meine, jetzt mal ehrlich, es ist schon okay, dass Kinder ab und zu Gummibärchen essen. Aber so etwas hat doch bei einem Familienessen nichts zu suchen? Wie sollen Kinder lernen, echte, gute Speisen von Industrieimitaten zu unterscheiden, wenn die Eltern nicht imstande sind, zum Nachtisch einen Quark anzurühren? Wie sollen Kinder Geschmack entwickeln und Freude am Essen haben, wenn die Familie solches Zeug aus der Tüte frisst und die Mutter es sich händevollweise in den Mund stopft?

Da sollte vielleicht doch mal das Jugendamt vorbeischauen. Wobei – natürlich ist ein einziges Abendessen nur eine Momentaufnahme. Sicher machen Mutter oder Vater sonst immer köstliche Nachspeisen aus guten Grundstoffen: Milch, Sahne, Eier, Vanille, Schokolade, reife Früchte? Leider sprechen die „Nachtischvorräte“ dagegen, die die Familie offensichtlich für den ständigen Gebrauch gleich kistenweise lagert. Gezuckerter Bauschaum ist also fester Bestandteil der Esskultur in der modernen Familie. Amerikanische Verhältnisse. Die Folgen sind bekannt.

Vom Umgang mit den wichtigsten Dingen

Wer also wissen möchte, wie man es nicht macht, sollte sich jetzt aufmerksam den lustigen Artikel in der SZ-Erziehungskolumne durchlesen. Ich empfehle ihn allen Eltern mit Kindern zur Abschreckung: Das ist weder normal noch natürlich. Und wenn so etwas mal vorkommt, sollte man nicht um Verständnis heischen und das eigene Niveau runterschrauben. Sondern lieber massiv gegensteuern, beim eigenen Verhalten: Weder mit Kindern noch mit Essen noch mit der kostbaren Familienzeit noch mit dem eigenen Körper geht man so um.

Erziehungskolumne in der SZ:  Der Beitrag über Essen mit Kindern 
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Sind Pommes nicht irgendwie auch Gemüse? Heuchelei beim Schulessen – und die FAZ haut auf den Tisch

 

Eine neue Studie ist rausgekommen: In Deutschlands Schulen ist das Essen schlecht. Denn es gibt zu viel Fleisch und zu wenig Gemüse. Das schreiben alle Zeitungen, Internetdienste und Sender darüber – zu viel Fleisch im Schulessen.

Die Studie stammt aus dem Bundesernährungsministerium und ist Chefsache von Minister Christian Schmidt. Und bei der Verpflegung für Kindertagesstätten sieht es genau so aus, wie eine Bertelsmann-Stiftung bei der Kita-Verpflegung im Sommer ermittelt hat: zu viel Fleisch, zu wenig Gemüse.

Die meisten Blätter geben diesen Konsens – man darf Kindern nicht so viel Fleisch vorsetzen – unwidersprochen, ohne Kommentar, brav aufbereitet wieder.

Vom Ministerium stammt der Titel „Zu viel Fleisch im Schulessen“ übrigens nicht, wie ein kurzer Anruf bei Pressesprecher Jens Teschke aufhellt. Nein, sagt er, das mit dem Fleisch war weder Hauptergebnis noch Hauptstoßrichtung der Studie.

Die Überschrift stammt auch nicht von ihnen, als eine Art Hauptbotschaft. „Das ist eine Interpretation der Medien“, sagt der Pressechef. Doch die sind sich erstaunlich einig darüber, wie eine Abfrage bei Google zu „Schulessen+Fleisch“ zeigt.

Die WELT sieht gleich die Katastrophe kommen: Was die Studie herausgefunden habe, so ein Videotext, zeige, dass „dieses Schulessen mit gesunder Ernährung nichts zu tun“ habe. Die Folge: übergewichtige Teenager, denn „das Essen in den ersten Lebensjahren“ sei entscheidend.

Spitz auf den Punkt bringt es der Text zum Video-Fenster der WELT auf der Artikelseite: „Eine Studie hat ergeben, dass es in vielen Schulen zu oft Fleisch und zu wenig Gemüse gibt. Das hat fatale Folgen.“

Der große Trend zum Übergewicht bei Kindern ist übrigens gestoppt

Schulessen ist Schuld am Übergewicht von Kindern? Alles was Recht ist – aber das hat die Studie todsicher nicht ergeben. Und es würde auch bedeuten, dass Kinder, die in einer Mensa essen, dicker sind als andere, oder öfter dick.

Das aber stimmt keinesfalls. Zumal der Trend zu mehr übergewichtigen Kindern sogar gestoppt wurde: Seit mehreren Jahren ist der Anteil der dicken Kinder nicht mehr weiter angestiegen. Diese „erstaunliche Trendwende“ zum Positiven haben die Universitäten Ulm und Jena erst kürzlich, im April 2014, vermeldet.

Ein Problem gibt es nur mit einer kleinen Gruppe, das sind die extrem fetten Kinder. Aber ihr Anteil ist gering, nur 6% aller Kinder. Natürlich gibt diese Studie keine komplette Entwarnung, das Problem Übergewicht besteht und ist gerade für Kinder noch groß. Aber Forscher selbst sind überrascht über die neue Perspektive und erklären sie mit dem Erfolg der Aufklärungskampagnen.

Das war damals auch in der WELT zu lesen, aber April ist natürlich lange her. Trotzdem bleibt zu vermerken: Der gestoppte Trend zum Übergewicht fällt zumindest in Deutschland zeitlich durchaus zusammen mit dem Anstieg des Anteils der Kinder, die in Schule oder Kita ein warmes Mittagessen bekommen. Das waren früher weniger, heute mehr. Das ist doch eine interessante Parallele, bei all dem Kantinen-Bashing – hat darüber eigentlich schonmal jemand nachgedacht?

Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!

Aber egal, wie immer wollen wir uns mit Peanuts nicht aufhalten. Der einzige interessante Kommentar inmitten des Geschimpfes auf das Schulessen kommt von der FAZ. Er geht auf die seltsame Heuchelei ein, die beim Umgang mit Kinderessen aufscheint. Jasper von Altenbockum haut kräftig auf den Tisch und spricht aus, was viele deutsche Eltern beklagen: Ihre Kinder mögen kein Gemüse. Sie mögen Pommes. Und Schnitzel.

Kein „Grünzeug“, kein „erwachsenes Gutessen“, wie der Autor sagt. Sein Fazit: Man soll den Kindern halt geben, was ihnen schmeckt, und ansonsten mit dem Gejammere über das Schulessen, zu wenig Auswahl und zu wenig Gemüse aufhören. Im Zweifelsfall gilt: Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!

Nun gut. Das hört nicht jeder gerne. Bleiben wir also beim Essen und applaudieren wir sicherheitshalber nicht gewissen konservativen Erziehungsmaximen. Fakt ist: Deutsche Kinder mögen, wie es scheint flächendeckend, kein Gemüse. Aber können denn Pommes frites, aus gesunden Kartoffeln, mit viel Vitamin C, nicht gelegentlich mal als Gemüse durchgehen?

Okay, das ist wohl nicht konsensfähig. Dann vielleicht das: Warum sollten die Kinder anders sein als ihre Eltern? Schließlich hat auch der mündige Bürger den „Veggie-Day“ für alle letztes Jahr abgestraft, sehr zum Ärger der Grünen. Mein Bauch gehört mir, haben die Deutschen gesagt, fleischloses Zwangsessen lassen sie sich nicht verordnen.

Bei Kindern sieht das allerdings anders aus, da ist man sich schnell einig: Fleisch, igitt! Und zu wenig Gemüse! Das geht nicht. Aber wo soll die Liebe zum Gemüse herkommen?

Fleisch für Erwachsene – und irgendwas für Kinder?

Kindern, das sagt vor allem die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE, sind in Kantinen maximal zwei Fleischportionen in der Woche zu geben. Das bedeutet, falls sich aus Versehen auch die Eltern an die DGE-Empfehlungen halten, gleich fünf niedliche Veggie-Days für die lieben Kleinen, an denen es, tja, was gibt? Gemüse? Obst?

Nein, natürlich nicht. Da würden die Kinder nicht nur protestieren, sie würden auch Wachstumsstörungen bekommen.

Stattdessen gibt es Kinderessen: Nudeln mit Soße, Pfannkuchen, Milchreis und dergleichen. Bestenfalls, wenn sie nämlich in der Schulkantine speisen. Sind sie auf ihre Eltern angewiesen, läuft es in vielen Familien auch auf Chips, Butterstullen, Süßigkeiten oder eine Industriepizza aus dem Ofen hinaus.

Ob das wiederum im Sinne der Erfinder – der DGE – ist, ist sehr fraglich. Wobei es sowieso schon seit Jahren bei Kritikern gärt, denn es ist unklar, ob diese DGE-Richtlinien für Gemeinschaftsverpflegung überhaupt wissenschaftlich begründbar und sinnvoll sind. Böse Zungen sagen: Nein.

Wann ist eine Ernährung eigentlich ausgewogen?

Aber das gehört nicht hierher. Jetzt reicht es, deutlich zu machen: Das Mittagessen ist nur eine Mahlzeit unter mehreren am Tag. Es muss nicht einmal „ausgewogen“ sein. Ausgewogen soll die Ernährung nur im Wochendurchschnitt sein, meinen Experten. Wenn es also mittags Schnitzel mit Pommes gibt, gibt es zum Abendessen Salat, mal Obst zu irgendeiner Mahlzeit, oder etwas Rohkost als Beigabe am nächsten Tag.

Dafür sind die Eltern zuständig. Sie können dafür sorgen, dass ihr Kind in ihrem Verantwortungsbereich eine andere Auswahl bekommt als in der Schule. Und schwupps, ist die ganze Ernährung des Kindes „ausgewogen“. Ausgewogenheit hängt nicht an einer einzigen Mahlzeit.

Kinder als geborene Gemüsehasser – ist das so?

Interessant ist aber noch etwas: Was hat es denn eigentlich mit den seltsamen Vorlieben der – deutschen – Kinder auf sich, die angeblich kein Gemüse mögen? Auch für den FAZ-Mann scheint es ja gottgegeben, dass der eigene Nachwuchs Grünzeug verschmäht.

Nun, so ist es nicht. In anderen Ländern essen Kinder öfter Gemüse, etwa in Italien, in Griechenland, in der Türkei. Weil es die Eltern essen, siehe oben: Wenn die Eltern kein Grünzeug mögen und es den Kindern nicht nahe bringen, lehnen diese folgerichtig das Kaninchenfutter in der Schule ab. Und die Hoffnung, die Schule könne das erreichen, was im Elternhaus geleistet werden muss, ist nicht nur beim Essen verfehlt.

Aber anderswo ist die Welt auch nicht besser. Denn auch in anderen Ländern lieben Kinder das, was richtig satt macht, mehr als das ortsübliche Gemüse: In Italien sind das Nudeln und Pizza. In Asien ist es der Reis. Sonstwo Mais, Yams, Hirse, Kartoffeln. Wo es Fleisch gibt, lieben Kinder Fleisch. Und sie mögen Fett und Süßes.

Warum Kinder Nudeln, Pizza, Pommes und Schnitzel lieben

Fällt jemandem etwas auf? Kinder lieben energiereiches Essen. Sie brauchen auch viel Energie, weil ihr Körper einen höheren Kalorienbedarf hat als der Körper des Erwachsenen. Kinder haben im Vergleich zu Erwachsenen einen viel höheren Grundumsatz im Verhältnis zur Körpermasse – weil sie wachsen.

Wachsen kostet Energie. Und das ist eine sehr plausible Erklärung für die scheinbar seltsamen Nahrungsvorlieben von Kindern, wie Anthropologen vorgerechnet haben.  Der Fokus von Kindern liegt also mit einem gewissen Recht auf Energie und Kalorien.

Dazu kommt, dass Kinder im Verhältnis zu ihrer Körpermasse auch noch einen höheren Eiweiß- und Fettbedarf haben. Denn ihre Zellen teilen sich schnell, und auch Gehirn und Nervensystem wachsen.

Deshalb greifen Kinder auf der ganzen Welt gerne bei der Stärkebeilage, dem Fett und dem Fleisch zu, wo immer das möglich ist. Also bei Schnitzel mit Pommes, zum Beispiel.

Daher ist das erstmal kein Grund zur Beunruhigung. Ob ein Kind gesund ernährt wird, kann man daran sehen, dass es normalgewichtig ist und sich altersgerecht entwickelt. Dann darf es eine Zeitlang auch mal wenig Gemüse und Obst sein.

©Johanna Bayer

SZ-Artikel zur Studie ist nicht mehr online, Stand 2016

WELT-Artikel und Video zur Studie

FAZ-Kommentar von J. v.Altenbockum

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