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Die große Serie bei Quarkundso.de: Was wirklich dick macht – und wo die DGE kneift

Endlich ist sie da, die neue Folge zu den größten Dickmachern. Diesmal geht es ums Grundsätzliche: Wer hat eigentlich das Problem? In der Zucker-Debatte scheinbar vor allem Kinder, die es zu schützen gilt. Doch die Dicken, das sind die Erwachsenen. Und denen will keiner was verbieten: Nicht einmal die DGE wagt in ihren 10 Regeln eine klare Ansage – Quarkundso.de übernimmt.

 

Dicker Mann mit Bauch in rotem T-Shirt, nah

Wampe und Wohlfühlgewicht: Man gönnt sich ja sonst nichts.

Jetzt geht es also endlich weiter mit der Serie zu den größten Dickmachern.

Vorab möchten wir warnen. Es geht um Regeln und Vorschriften, es wird also trocken und auch etwas streng.

Aber ab und an muss man ein Thema mal gründlich durchdenken. Am Ende gibt es dafür wieder handfesten Service und eine schöne Take-Home-Message.

Unser heutiger Beitrag zu den wahren Dickmachern dreht sich also um eine grundsätzliche Frage: Wer hat eigentlich das Problem?

Die erste Folge vom 5.4.2018 war da praktischer ausgerichtet, es ging um Bier als Dickmacher, und zwar im Vergleich zu Zucker (bitte nachlesen). Letzterer ist zu Unrecht alleiniger Sündenbock in der Debatte, an das heilige Bier will keiner ran.

Das geht schon aus kulturellen Gründen nicht, und damit sind nicht nur Bierbrauen und Saufen gemeint. Sondern auch die nationale Psyche, die Mentalität. Der Geist eines Volkes.

Denn es ist nunmal so: Deutschland ist das Land der Schulmeister.

Für Kinder, wohlgemerkt.

 

Angstgegner: der ausgewachsene Deutsche

Über die zerbricht man sich unentwegt den Kopf – wie sie zu unterrichten, zu belehren, anzuleiten, zu fördern sind, wie man sie am besten trainieren, drillen oder zur Entwicklung anregen kann; wie man ihnen Grenzen setzt, sie schont, vor Schaden bewahrt, aufklärt und für den Ernst des Lebens rüstet.

Deshalb ist Zucker so ein willfähriges Opfer: Die Akteure der Debatte haben vor allem Kindernahrung, Kinderlebensmittel und Werbung für Kinder im Blick. Da darf man sich mit Regeln, Verboten und Bewahren austoben. Ist ja für eine gute Sache, für die Kleinen – Kinder sind unsere Zukunft!

In Deutschland hat man also viele Freunde, wenn man Kindern den Zucker verbietet. Den Erwachsenen aber die Dickmacher wegzunehmen, das traut sich keiner.

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Denn der ausgewachsene Deutsche ist kein leichter Gegner. Das hat das Veggie-Day-Trauma der Grünen aus dem Jahr 2013 gezeigt. Und auch sonst ist der Deutsche auf der Hut vor Regeln, die die persönliche Freiheit einschränken.

Da mutiert er sofort zu einem Schreckgespenst: zum mündigen Bürger.

Der lässt sich nichts sagen, ist gegen Tempolimit, Fahr- und Parkverbote und zieht bei Nachbarschaftsstreitigkeiten gerne vor Gericht. Einfach mal einlenken, weil der andere berechtigte Gründe hat, das geht nicht. Da steht sofort die Freiheit auf dem Spiel.

Und so hält er es auch mit dem Übergewicht.

 

Nur die Minderheit kann nichts für ihr Übergewicht

Fetter Mann in blauem T-Shirt mit Glas Bier und Fernbedienung in der Hand

Auf seine Feierabendrituale lässt der Deutsche nichts kommen.

Weniger essen, um nicht aus dem Leim zu gehen? Auf keinen Fall.

Sich zurückhalten bei Bier, Currywurst, Pommes-Mayo, Kuchen? Man gönnt sich ja sonst nichts. Abnehmen, weil man schon zu fett ist? Unmöglich, bei dem Stress.

Natürlich sind hier nicht die gemeint, die für ihre Korpulenz nichts können – Menschen mit Krankheiten, auch psychischen.

Oder Leute, die schon als Kinder dick waren, Patienten, die Medikamente nehmen müssen, Kinder, die von ihren Eltern vollgestopft und sonst wenig beachtet werden.

Das ist aber die Minderheit. Wir wiederholen: Das ist die Minderheit.

Die Mehrheit war noch als junge Erwachsene bis etwa 25 oder 30 normalgewichtig bis schlank. Mit steigendem Lebensalter ändert sich das: Zwei Drittel der Erwachsenen nehmen zwischen dem 25 und dem 50 Lebensjahr 11 bis 20 Kilo zu, Tendenz im Alter steigend.

Das ist nicht naturgegeben: Ursprünglich lebende Jäger- und Sammlervölker halten ihr Gewicht nach der Pubertät weitgehend.

 

Noch nie war Deutschland so dick

Anders in der modernen Welt. Hier betrachtet man die Speckrollen des Erwachsenen als Schicksal. Daher sieht man Männer um die 50, die trotz Riesenwampe nicht auf ihre drei bis fünf Feierabendbiere verzichten wollen. Und Frauen, die mit 30 Kilo Übergewicht davon reden, dass sie stolz auf ihre Kurven sind, aber das Sodbrennen nicht in den Griff kriegen, weshalb sie den Arzt wechseln wollen.

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Der Befund ist erschütternd: Noch nie gab es in Deutschland so viele Übergewichtige und insbesondere Fettleibige, also Leute mit schwerem Übergewicht über Body-Mass-Index 30 (abgek. BMI 30, rund 18 Kilo über Normalgewicht).

Das Problem ist so gravierend, dass die Normalgewichtigen schon in der Minderzahl sind, wie die DGE 2017 bekanntgab:

In der Altersklasse der Berufstätigen ist das Dicksein heutzutage so weit verbreitet, dass es keine Ausnahme mehr darstellt, sondern der Normalzustand ist.

Männer sind besonders häufig zu dick: Am Ende ihres Berufslebens sind 74,2 % übergewichtig. Bei den Frauen im gleichen Alter sind es 56,3 %.

(Quelle: 13. DGE-Ernährungsbericht von 2017).

 

Da ist nichts versteckt

Der „versteckte Zucker“ in Grillsaucen und Sauerkraut ist daran nicht schuld. Das zeigen die Zahlen dazu, was erwachsene Deutsche im Schnitt täglich verputzen, an Süßwaren, Kuchen oder Schokolade, zum Beispiel,

Nachzulesen ist das in der Nationalen Verzehrsstudie (NVS): Zum Beispiel gönnen sich die mündigen Bürger jeden Tag 50 bis 60 Gramm Süßigkeiten, das sind mindestens 300 überflüssige Kalorien am Tag.

Plus Bier. Plus Kuchen. Plus Saft, Limo und Cola. Plus Eis, gerade im Sommer so erfrischend, mal zwischendurch. Da kommt ganz schön was zusammen, was weder nötig noch „versteckt“ ist.

Zwar gibt es einen erheblichen Teil von Dicken, die nicht so viel Süßes essen. Sie halten sich an Brot, Wurst, Nudeln, Pommes und andere herzhafte Genüsse, wozu das heilige Bier immer am besten passt. Aber es hilft ja nichts – auch die müssten bereit sein, ihre Gewohnheiten zu überdenken.

Was sie nicht sind. Und da liegt der Hase im Pfeffer.

 

10 Regeln der DGE: Keine klare Ansage zum Gewicht

Die DGE beklagt das schon seit Jahren und Experten wissen es: Viele Menschen sind einfach nicht dazu bereit, ihre Ernährungsgewohnheiten zu ändern, selbst wenn sie erheblich zunehmen.

Daher sollte man – Stichwort mündiger Bürger – mit ihnen Tacheles reden: Es braucht eine klare Ansage gegen Übergewicht, zum Beispiel von der DGE.

Doch ausgerechnet die obersten Ernährungshüter, die der ganzen Welt eine fade Körnerkost verordnen wollen, eiern in ihren Vorschriften herum: Keine einzige der 10 DGE-Regeln für vollwertige Ernährung widmet sich konzentriert dem Problem Übergewicht.

Dabei sollen diese einfachen Richtlinien doch „dem Verbraucher“ helfen, also allen; und sie sollen für jedermann verständlich sein. Deshalb wurden sie gerade umständlich überarbeitet. Nur fehlt die klare Positionierung zur größten Falle beim Essen: zum Zuviel. Selbst an den Stellen, an denen von Genussmitteln und gesüßten Getränken die Rede ist, wagt die DGE nur vorsichtig zu erwähnen, dass sie „das Risiko für Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2 erhöhen.“

Dass Menschen nicht dick werden sollen und Übergewicht aktiv vermeiden müssen, steht nirgendwo.

Auch nicht in der letzten Regel, der Nr. 10. Da ist zwar die Rede vom Gewicht, aber ganz vage. Der Text dazu dreht sich um den Zusammenhang von Ernährung mit Bewegung und besagt im Kern nur, dass Bewegung gesund ist.

Als ob der mündige Bürger das nicht längst wüsste.

 

Zu allgemein – und Thema verfehlt

Hier die Kurzfassung:

Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben

Vollwertige Ernährung und körperliche Aktivität gehören zusammen. Dabei ist nicht nur regelmäßiger Sport hilfreich, sondern auch ein aktiver Alltag, indem Sie z. B. öfter zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren.

Schon die Überschrift ist so unklar wie platt. Außerdem steht sie in keinem erkennbaren Zusammenhang zu dem Text darunter. Der lässt das Thema Gewicht und Überernährung gleich ganz weg, um möglichst wenig konkret von „körperlicher Aktivität“ zu schwurbeln. Thema verfehlt – zumal ein irgendwie gesunder Alltag eigentlich nicht ins Aufgabengebiet der DGE fällt.

Und was soll das überhaupt heißen, auf das Gewicht achten? Um welches Gewicht geht es denn, vielleicht das Wohlfühlgewicht? Soll man daher einfach so bleiben, wie man gerade ist? Warum schreiben die Ernährungshüter so windelweich?

Es gibt noch eine Langfassung, ganz neu, von Juli 2018. Darin findet sich eine Abhandlung über den gesundheitlichen Segen von Bewegung im Allgemeinen. Ohne Zusammenhang zählen die Verfasser am Ende noch die Folgen von Übergewicht und Untergewicht auf, und zwar gleichwertig.

Wir finden das bemerkenswert. Denn die Mageren stellen in Deutschland nur eine winzige Minderheit, es sind nur etwa vier Prozent der Bevölkerung. Dagegen ist der Anteil der Übergewichtigen so hoch – über zwei Drittel aller Männer, die Hälfte der Frauen – dass die Kosten dafür demnächst unser Gesundheitssystem sprengen.

Das ist nicht verhältnismäßig.

 

Die Angst der Fachleute vor dem Text

Dicke Frau in Badeanzug am Strand

Übergewicht: Die meisten könnten etwas tun.

Daher wäre es gut, Farbe zu bekennen und den mündigen Dicken sowie allen Erwachsenen in den 10 Regeln eine klare Ansage zu geben.

Wir schlagen also vor, dass die Regel neu geschrieben wird.

Und wenn die DGE es nicht macht, dann muss Quarkundso.de mal wieder einspringen.

Wir hatten das ja schon. Das war bei der DGE-Regel Nr. 7, der Trinkregel, Link steht unten. Die haben wir im Sommer 2017 exemplarisch umgeschrieben, als Fingerübung Challenge, und auch als kleines Beispiel für, nun ja, Interessierte.

Knapp drei Wochen später stand auf der DGE-Homepage eine neue Trinkregel Nr. 7, die unserer Fassung auffallend ähnelte.

Den Trick versuchen wir jetzt nochmal. Es ist ja für einen guten Zweck, und vielleicht ist dieses Jahr auch die Zahlungsmoral der DGE besser (bitte oben auf das Sparschwein klicken, vielen Dank).

Was das Problem haben wir 2017 schon benannt: Es waren Fachleute am Werk. Also Ernährungswissenschaftler.

Die stehen unter dem Zwang, sämtliche Eventualitäten zu bedenken, den ganzen komplexen Sachverhalt abzubilden und bei Adam und Eva anzufangen. Also bei Ernährung und Bewegung, nicht zu vergessen das Untergewicht.

Ihre größte Angst ist, dass man ihnen Nachlässigkeit oder Unvollständigkeit vorwirft, weil sie wichtige Einzelfälle nicht erwähnt oder sich absolut geäußert haben, wo es doch Ausnahmen gibt. Klar und prägnant können sie deshalb nicht schreiben. Stattdessen operieren sie mit abstrakten Phrasen, in die alles reinpasst.

 

Man muss Prioritäten setzen

Da sind wir von Quarkundso.de ganz anders. Wir gehen beherzt zur Sache: Was ist das große Problem unserer Zeit bei der Ernährung? Übergewicht.

Also muss das eindeutig rein, schon in den Titel. Alles andere ist untergeordnet, zum Beispiel die winzige Randgruppen der Dünnen mit Body-Mass-Index unter 18,5.

Wir wollen aber auf keinen Fall hartherzig sein. Die Belegschaft der Fachabteilung steht nämlich schon händeringend vor unserem inneren Auge, voller Angst, dass nicht alles, alles in der Regel drin ist.

Keine Sorge, wir lassen uns was einfallen.

Fangen wir mit der Überschrift an. Die muss klar sein, und sie muss die ansprechen, um die es geht: die Erwachsenen, insbesondere die jungen Erwachsenen. Der ängstlichen Fachabteilung zuliebe natürlich auch alle anderen Menschen. Selbst das geht, wenn man das alte Wischiwaschi durch eine eindeutige Aufforderung ersetzt. Die sieht so aus:

Halten Sie Normalgewicht und bewegen Sie sich viel!

Noch Fragen? Sicher nicht, denn mit „Normalgewicht“ ist alles gesagt: Übergewicht und Wampe verbieten sich damit ebenso wie Abmagern.

Dieser neue Titel bietet eine sehr einfache, eindeutige Richtlinie für den Alltag, für jedermann – und für den Rest des Lebens. Großzügig und realistisch ist sie auch noch, denn sie enthält die ganze Spannbreite der BMI-Skala von BMI 18,5 bis 25. Eine Frau von 1,70 Körpergröße kann demnach zwischen 55 und 71 Kilo wiegen, ein Mann von 1,82 zwischen 66 und 84 Kilo. Das lässt für alle Körperbautypen genügend Spielraum.

 

Die neue Regel 10 zum Körpergewicht

Unser neuer Kurztext präzisiert das. Dabei setzen wir dieselben Prioritäten: Der wichtigste und häufigste Fall kommt nach vorne, das ist das Übergewicht. Das Allgemeine steht hinten.

Halten Sie Normalgewicht und bewegen Sie sich viel!

Vermeiden Sie Übergewicht. Wenn Sie zunehmen, steuern Sie aktiv gegen. Sprechen Sie bei Übergewicht mit Ihrem Arzt. Auch Untergewicht ist gesundheitsschädlich. Gut ist auf jeden Fall Bewegung – vollwertige Ernährung und Bewegung gehören zusammen.

Damit ist alles gelöst: Das Thema aus dem Titel taucht im Text wieder auf, das Übergewicht ist prominent und Untergewicht wird mit abgefrühstückt, damit das Fachreferat keinen Verweis bekommt.

In der Langfassung könnte man dann noch allerlei erklären: zum Beispiel den BMI-Spielraum für Normalgewicht, oder warum Menschen ab etwa dem 25. Lebensjahr ihre Ernährungsgewohnheiten an den langsameren Stoffwechsel anpassen müssen.

Wie wir die DGE kennen, wird sie die Vorlage von Quarkundso.de natürlich gleich retuschieren. Vor allem, indem sie die Überschrift abschwächt und in ihren geliebten Infinitiv umwandelt: „Normalgewicht halten und in Bewegung bleiben“. Bloß kein Ausrufezeichen, sowas klingt nach Befehl!

Die DGE ist lieber sanft im Ton, das soll den mündigen Bürgern vortäuschen, dass sie nicht so streng ist, alles ganz lieb meint und auf keinen Fall irgendjemandem Vorschriften machen will.

In Wahrheit ist das natürlich ganz anders, im Land der Schulmeister, und gerade bei der DGE.

Vor allem aber bei Quarkundso.de. Wir meinen es ernst und sind besonders streng: Wer im Erwachsenenalter unbändig zunimmt, muss aktiv etwas dagegen tun. Wie mündige Bürger das angehen können, davon handeln die nächsten Folgen.

©Johanna Bayer

HINWEIS: Bitte vor dem Kommentieren die Kommentarregeln durchlesen. Sie stehen im Impressum und auf der Seite „Was soll das?“. Die Regeln betreffen unsachliche, beleidigende und anonyme Kommentare. 

Ganz neu: Die 10 Regeln der DGE zur „vollwertigen Ernährung“

Unser Vorschlag zur Trinkregel Nr. 7 von Juli 2017 , danach hat die DGE den Text geändert.

Der FOCUS lässt Leute 30 Tage nur Wasser trinken – das ist fast genial

Der FOCUS hat zu einer Mitmach-Aktion aufgerufen, neudeutsch „Challenge“: 30 Tage nur Wasser trinken. Das scheint hart, ist aber nicht so schwer, wie es klingt – und außerdem genial. Denn Wassertrinken könnte dazu beitragen, die Epidemie an Übergewicht und Diabetes einzudämmen. Selbst die DGE kann da noch etwas lernen.

 

Glas, Wasser wird von oben reingegossen

Wasser, Wasser, nichts als Wasser. Ist das alltagstauglich? Bild: Pixabay

30 Tage nichts als Wasser! Dazu ruft der FOCUS auf, in seiner „Wasser-Challenge“.

Gemeint ist allerdings keine Nulldiät.

Sondern nur, dass alle sonst gewohnten Getränke für einen Monat durch reines Wasser ersetzt werden: kein Kaffee, kein Tee, keine Limos, und natürlich keine Cola, kein Kakao, keine Smoothies und keine Säfte.

Auch Bier, Wein oder sonstige Prozente sind verboten .

Das einzige erlaubte Getränk ist Wasser. Davon aber zwei bis drei Liter am Tag.

Natürlich kommt die Idee mal wieder aus dem Internet und vor allem aus den USA.  Sich solchen „Challenges“, Herausforderungen, zu stellen, ist ein ziemlich amerikanisches Phänomen. Der Hintergrund sind pubertäre Schülerspäße, Aufnahmerituale und Mutproben: Nackt über den Campus laufen oder literweise Bier trinken ohne aufs Klo gehen zu dürfen (wer hält am längsten ein?) sind noch die harmlosen.

Auf Youtube gibt es Unmengen von Videos, in denen Leute um die Wette essen, trinken, von irgendwo herunterspringen, sich öffentlich daneben benehmen oder sich mit etwas beschmieren, weil sie eine Wette oder Herausforderung angenommen haben.

Natürlich geht es bei so etwas um Spieltrieb und Sportsgeist. Aber Herausforderungen sind auch ein antikes, geradezu archaisches Ritual des Übergangs und seit Jahrtausenden eine spirituelle Übung: Selbstdisziplin, Durchhaltevermögen und Selbstüberwindung sind höchste Tugenden in allen Religionen.

 

Gesundheits-Challenges: gegen den inneren Schweinehund

Daher sind Challenges auch beliebt, wenn es darum geht, irgendwie den Lebensstil zu ändern und Leute bei ihrem Ehrgeiz zu packen.

So nennen zum Beispiel die Weight Watchers ihr Einstiegsprogramm zum Abnehmen  „Challenge“. Auch Promi-Veganer Attila Hildmann ruft seit Jahren zur 30-Tage-vegan-Challenge auf. Hannah Frey, Clean-Eating-Bloggerin, hat ebenfalls eine Challenge ausgerufen. Bei ihr geht es um Zucker, für Clean-Eating-Leute das reinste Gift. Im „Projekt: Zuckerfrei“ soll man 40 Tage auf alles verzichten, was zugesetzten Zucker enthält.

Das ist gar nicht so einfach, denn Zucker steckt in so vielen Lebensmitteln von Ketchup bis Sauerkraut, dass man nahezu auf alles verzichten muss, was man nicht selbst gekocht hat. Natürlich ist das der Hintersinn der Sache, das nur am Rande.

Einige Challenges sind, wie das Zuckerfrei-Projekt oder viele Fastenkuren, dabei ausgesprochen unrealistisch und gar nicht erst für den Alltag oder auf Dauer ausgelegt. Pädagogisch wertvoll sind sie trotzdem: Wer sich einige Wochen lang mäßigen kann, qualifiziert sich für höhere Ziele und lernt, den inneren Schweinehund zu besiegen.

Der Lohn der Plackerei ist am Ende nicht nur, einmal für kurze Zeit eine neue Erfahrung gemacht zu haben.

Nein, potenziell geht es um mehr: um einen Durchbruch zur Selbstwirksamkeit, um Transformation und vielleicht sogar den Übergang in ein ganz neues Dasein. Das ist kein Witz. Die Erfahrung, dass man Ziele durch den eigenen Willen erreichen kann, egal welche, stärkt das Selbstbewusstsein ungemein und macht Veränderung möglich.

 

Betreutes Trinken

Jetzt also der FOCUS mit seiner Challenge, 30 Tage nicht als Wasser zu trinken.

Aktionen mit „Nur Wasser!“ stehen schon seit Jahren im Netz und auf Youtube. Pummelige Teenager berichten dort davon, wie sie durch Wasser von ihrer Cola-Sucht runtergekommen sind, junge Mütter schwärmen von Gewichtsverlust und besserer Haut.

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Das hat beim FOCUS eine Nachwuchsredakteurin gesehen und sich daran gemacht, selbst die Challenge anzunehmen und darüber zu berichten.

Einfach so, weil Challenges halt Mode sind.

Sie postet Videos von sich selbst, schreibt Artikel dazu, wie es ihr auf dem Mädelsabend, dem Weinfest oder im Büro geht (kein Kaffee im Büro ist in Deutschland eigentlich undenkbar). Dazu gibt es informative Beiträge, etwa über die Qualität von Leitungswasser und Mineralwasser.

Außerdem hat sie eine geschlossene Facebook-Gruppe gegründet, die über 2000 Mitglieder hat. Es gibt für die zu ermittelnde Wassermenge im Verhältnis zum Körpergewicht einen Wasserrechner und viele Experten-Infos, darunter von der DGE.

 

Crossmedial und strategisch clever

Die Investigativ-Abteilung von Quarkundso.de hat sich natürlich sofort Zugang zu der Gruppe verschafft. Zu lesen sind dort Berichte von Leuten, denen plötzlich ihre gewohnte Cola nicht mehr schmeckt oder die nach ein paar Tagen Wassertrinken feststellen, dass sie weniger Süßes essen.

Viele haben ein bis drei Kilo abgenommen, einigen macht der Koffeinentzug in den ersten Tagen schwer zu schaffen, sie haben die typischen Kopfschmerzen oder sind dauermüde.

Anderen fällt auf, dass das Saufen am Wochenende und ihre gewohnt schlechte Ernährung hinderlich sind, wenn man gesünder leben will. Wieder andere berichten, dass sie mehr Süßes gegessen haben als vorher, aber trotzdem in den 30 Tagen nicht zugenommen haben.

 

Titelbild Artikel Focus Online mit Redakteurin, die sich ein Glas Wasser eingießt

Screenshot von der FOCUS-Wasserchallenge

 

Logisch, schließlich fielen ja viele Kalorien weg, die in Saft, Cola, Bier und Wein stecken.
Am Ende wollen alle weitermachen, wenigstens in abgespeckter Form, also mit morgendlichem Kaffee oder dem einen oder anderen Glas Wein.

Und alle sind froh, dass sie von Softdrinks und oft auch Süßigkeiten allgemein etwas weggekommen sind. Viele nehmen sich vor, noch mehr an ihrem Leben zu ändern.

Ob sich der FOCUS irgendetwas Besonderes dabei gedacht hat? Vermutlich nicht.

Es ist ein Spaß und lässt sich gut crossmedial ausbauen. Medienstrategisch gesehen ist das clever und modern.

Wenn aber alles, was die Teilnehmer berichten – abgenommen, weniger Süßigkeiten,  neues Geschmacksempfinden, besseres Gefühl, motiviert, etwas zu ändern – das Ergebnis der albernen Challenge ist, was soll man dazu sagen?

Es gibt nur eine Antwort: Die Sache ist genial.

 

Wasser – was sonst?

Ja, Wassertrinken ist genial und die Wasser-Challenge des FOCUS als Anstoß, es zu tun, ist auch genial.

Fast. Denn sie ist zu radikal, das ist nichts für das echte Leben – man muss nicht komplett auf Kaffee, Tee, Wein und Bier verzichten, ebenso wie es Unsinn ist, überhaupt keinen Zucker zu essen oder gar kein Salz.

Diese 30-Tage-Challenge kann nur ein Übergang in eine praktikable Alltagsstrategie sein, in der auch die Tasse Kaffee oder Tee am Morgen und das gelegentliche Glas Wein erlaubt sind.

Aber der Kern der Sache ist: Mehr oder überwiegend Wasser trinken ist genial, weil es eine große Hilfe im Kampf gegen die Probleme mit Übergewicht und Diabetes sein kann.

Vielleicht sogar die Lösung.

Die unsäglichen Eingriffe mit industrieller Rumpfuscherei an unseren Lebensmitteln, um hier das Fett und da den Zucker rauszukriegen, würden abgewehrt. Ebenso fruchtlose Diät-Tipps und sinnfreie Ernährungsratschläge.

Tatsächlich ist Wassertrinken wohl der einfachste Weg, um eine Menge Kalorien zu sparen, den Stoffwechsel zu entlasten, den Blutzucker nicht stressen und verfettete Lebern zu retten.

 

Die Deutschen sind Saftweltmeister

Glas Orangensaft, zwei Orangen im Hintergrund

Es hilft nichts: Auch Orangensaft macht dick. Bild: Pixabay

Denn Mediziner und Gesundheitsforscher sprechen es längst laut aus:

Die größten Dickmacher sind heute die Getränke.

Limo, Cola, Säfte, gezuckerte Softdrinks und dann noch Bier und Alkohol mehrmals am Tag, samt Extra-Schluck am Wochenende – da kommt ordentlich was zusammen.

Nur eine einzige (!) Saftschorle täglich kann im Jahr 2,5 Kilo Fettgewebe auf die Hüften bringen, hat der begnadete Ernährungsmediziner Volker Schusdziarra schon mal ausgerechnet, übrigens im FOCUS.

Die Deutschen hängen aber ganz besonders an ihren Säften und trinken sogar mehr davon als jedes andere Volk der Erde: Deutschland ist Saftweltmeister, vermelden stolz Hersteller und Fachzeitschriften.

Das ist nicht ganz unpikant.

Denn gleichzeitig ertönt jeden Tag das Lamento über die Epidemie der Dicken in Deutschland.

Zu den über 30 Litern Saft kommen rund 120 Liter Liter Cola und Limo sowie mehr als 100 Liter Bier pro Kopf und Jahr. Mehr Bier trinken nur die Tschechen, die übrigens mit Deutschland um den ersten Platz in der Tabelle der dicksten Europäer wetteifern.

Wenn man die Kaloriengehalte dazu umrechnet in normale Portionsgrößen, vielleicht ein Viertelliter Saft und einen halben Liter Bier am Tag, und dabei bedenkt, dass die Hälfte der Bevölkerung kein Bier trinkt, dafür aber zusätzlich Cola und Limo, bringen diese Getränke irrwitzige Mengen an komplett überflüssigen Kalorien zusammen.

Kaum jemand berücksichtigt diese Kalorien in seiner täglichen Energiebilanz und zieht sie etwa vom Essen ab. Da liegt es auf der Hand, dass man mit Wassertrinken wirklich etwas gegen die Übergewichtsepidemie ausrichten kann.

 

„Da kriegst Du Läuse“

Trinkflasche, Wasser, grün gefärbt, zwei Becher, Obst auf Tisch

Wasser in Deutschland: Es muss was drin sein, sonst kickt es nicht.

Aber der Widerstand gegen das Wasser, unser natürlichstes Lebensmittel, ist hoch. „Nur Wasser“, das klingt nach Knast und trocken Brot.

Viele versetzt das in Panik. Einfaches Wasser bietet ihnen nicht genügend Reize, mindestens Blubber muss drin sein. Am besten aber hat Wasser irgendeinen Geschmack, vornehmlich süßen.

Schon Babys werden daher mit gezuckertem Tee und Saft auf den Süßgeschmack beim Trinken konditioniert:  Viele Eltern haben wegen ihrer eigenen Vorlieben Hemmungen, kleinen Kindern Wasser zum Trinken zu geben.

Die Hemmung hat alte Wurzeln: Bis ins frühe 20. Jahrhundert war Trinkwasser nicht immer sicher, auch in der Natur Wasser aus Bächen oder Viehbrunnen zu trinken, barg Gefahren. Omas Spruch „Von Wasser kriegt man Läuse“ haben viele noch im Ohr.

Aber das ist heute längst passé. Deutschland hat allen Unkenrufen zum Trotz immer noch hervorragendes Leitungswasser, die meisten anderen europäischen Länder haben längst keine so gute Trinkwasserqualität.

 

Die Angst der Fachleute vor Klartext

Trotzdem gibt es Unbehagen, Wasser eindeutig als das Getränk Nr. 1 zu empfehlen. Selbst die DGE, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, wagt es nicht, Klartext zu reden, obwohl sie es am besten weiß.  Andere Länder haben da keine Hemmungen, etwa Italien oder Japan.

Aber die DGE  spricht unter Punkt 7 ihrer 10 Ernährungsregeln lieber verschwurbelt von „Flüssigkeit“. Dabei steht die Hintertür zur geliebten Saftschorle weit offen:

7. Reichlich Flüssigkeit
Wasser ist lebensnotwendig. Trinken Sie rund 1,5 Liter Flüssigkeit jeden Tag. Bevorzugen Sie Wasser – ohne oder mit Kohlensäure – und energiearme Getränke. Trinken Sie zuckergesüßte Getränke nur selten. Diese sind energiereich und können bei gesteigerter Zufuhr die Entstehung von Übergewicht fördern. Alkoholische Getränke sollten wegen der damit verbundenen gesundheitlichen Risiken nur gelegentlich und nur in kleinen Mengen konsumiert werden.

Wasser und energiearme Getränke auf einer Stufe, das ist ja prima!

Denn energiearm sind Saftschorlen ja wohl, und Bier auch, beide kommen mit nur 22 bis 30 Kalorien pro 100 ml daher. Damit haben sie viel weniger Kalorien als Wein oder Milch, Cola oder Vollfruchtsäfte, das ist doch im Vergleich energiearm. Oder?

Eben nicht. Denn die Kalorien aus Getränken sind trotzdem überflüssig.

Allerdings wäre es möglich, die Regel eindeutig zu formulieren und keine Hintertüren mehr offenzulassen.

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Nur haben Sachverständige mit klarer, einfacher Sprache oft Schwierigkeiten. Sie neigen dazu, alle möglichen Zweifelsfälle abzudecken,  statt echte Ratschläge auszusprechen. Und sie fürchten sehr, wegen Unvollständigkeit ins Kreuzfeuer von Kollegen zu geraten.

Deshalb stecken Experten-Regeln, die simpel und eindeutig sein könnten – trinkt Wasser! – voller weichgespülter, abstrakter Phrasen. Darin hat dann zwar alles Platz, was unter der Sonne ist, zum Beispiel, dass es Wasser mit und ohne Kohlensäure gibt.

Aber eine echte Empfehlung ist das nicht. Denn die sollte doch gerade eine spitze Aussage sein: Was raten wir? Was ist am besten? Wonach sollen wir streben?

Und nicht: Es gibt eine Möglichkeit, aber es gibt immer auch andere Möglichkeiten, und dabei kommt es natürlich auf ganz viele Faktoren an – die Umwelt, sonstige Flüssigkeitsgehalte, etwa in Gemüse, vor allem individuelle Vorlieben und Gewohnheiten, so dass man nicht das eine erwähnen kann, ohne auch das andere aufzuführen, damit man auf jeden Fall fachlich ganz sauber bleibt, aber auf keinen Fall als der Oberlehrer mit erhobenem Zeigefinger daher kommt, der man von Amts wegen ist, was aber keiner merken soll.

 

Challenge für Quarkundso: die DGE-Regel umschreiben

Da bietet Quarkundso.de gerne Hilfe an: Wir schreiben die Regel der DGE um.

Wir betrachten das als Challenge, als Herausforderung. Die Aufgabe ist knifflig: Die Empfehlung muss einfach und verständlich sein, Sinn und Duktus innerhalb der 10 Regeln der DGE müssen erhalten und alle bisherigen Themen drin bleiben, aber der Text darf nicht länger werden.

Das wagen wir.

Bestehen wir die Probe, wird das die Menschheit vor dem Übergewicht retten und außerdem Steuergelder sparen, von denen die DGE immerhin fünf Millionen pro Jahr kassiert.

Das Problem in Regel Nr. 7 ist aus Sicht von Quarkundso.de, dass sie zu abstrakt ist: Da will jemand erklären, was Flüssigkeitszufuhr ist, anstatt eine klare Richtung vorzugeben.

Also packen wir die Sache an: Zuerst kommt die Binse am Anfang raus („Wasser ist lebensnotwendig“). Das lernt jeder in der 3. Klasse und tut hier nichts zur Sache. Und dumm ist der trinkfeste Bürger ja nicht, er weiß: Bier, Saft und Cola bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser – meinen Flüssigkeitsbedarf kann ich damit prima decken!

Das ist aber das Problem. Davon wollen wir weg.

Weiter mit der Challenge – worum geht es bei einer Regel? Sie muss klar sein. Keine Unschärfen. Wassertrinken muss also an erster Stelle stehen.

Das Proseminar über den Flüssigkeitsbedarf des Menschen im Allgemeinen und den Flüssigkeitsgehalt von Lebensmitteln sowie die tägliche Flüssigkeitsbilanz im Besonderen („aber Gurken enthalten doch auch Wasser, da zählt doch dazu, und was ist mit Kaffee und Tee?“) halten wir andernorts.

 

Hürden und Hintertüren

Bierglas vor blauem Himmel

Bier ist gut. Macht aber auch dick.

Dann kommt die gefährlichste Hürde: das Rumeiern um das Übergewicht. Bei der DGE klingt das so:

„Trinken Sie zuckergesüßte Getränke nur selten. Diese sind energiereich und können bei gesteigerter Zufuhr die Entstehung von Übergewicht fördern.“

Ganze Marketingabteilungen und wissenschaftliche Beratungsgremien der Getränkeindustrie betonen unermüdlich, dass ihre Säfte nicht automatisch dick machen und dass man damit Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe aufnehmen kann.

Das hat die DGE brav berücksichtigt und gleich mehrere Modalitäten eingebaut, anstatt das Kind beim Namen zu nennen.

Auch ist „selten“ zu vage – was ist „selten“, und was kann schlecht sein an Bio-Säften aus frischen Früchten der Region?

So hat Regel Nr. 7 hinten ein weit offenes Scheunentor – und genau die, die gemeint sind, flüchten dort hindurch in den Saftladen: „Ich trinke doch nur ein oder zwei Gläser am Tag!“,  „Orangensaft deckt auch einen Teil des Vitamin-C-Bedarfs, das ist erwiesen.“, „Smoothies sind aber gesund!“.

Ja. Es sind trotzdem überflüssige Kalorien.

Du brauchst sie nicht. Und Vitamine sind anderswo besser zu holen als aus Getränken. Also Schluss damit. Wir wissen es alle: Was nicht Wasser ist, ist ein Dickmacher. Seht der Sache ins Auge.

Was den Alkohol angeht, muss man sich damit extra auseinandersetzen. Bier, Wein, Schnaps und Cocktails gehören zwar für viele zu Lebensstil, Genuss und Esskultur. Das ist in Ordnung, wenn man damit umgehen kann. Und wenn man kein Übergewicht hat.

Ehrlicherweise aber gehören Alkoholika nicht in einen Kanon mit Ratschlägen zur Ernährung, schlicht, weil wir Alkohol nicht brauchen. Deshalb hat er in den 10 Regeln der DGE nichts zu suchen.

Um aber die Challenge „Schreibe die Regel um!“ korrekt zu erfüllen und alle Bestandteile zu erhalten, wird der Alkohol zwar erwähnt, aber an seinen Platz verwiesen. Der ist anderswo.

 

Die ultimative Trinkregel für den Rest Ihres Lebens

Daher kommt hier die Regel Nr. 7 der DGE in der neuen Fassung von Quarkundso.de:

7. Trinken Sie Wasser!
Wasser ist köstlich und der einzig sinnvolle Durstlöscher. Menschen brauchen etwa 1,5 Liter Wasser am Tag – alle anderen Getränke sind nur Genussmittel. Sie fördern meistens Übergewicht, daher dürfen Erfrischungsgetränke wie Cola und Limo nicht täglich getrunken werden. Das gilt auch für Fruchtsaft und Schorle. Bier, Wein und Alkoholhaltiges müssen Sie bewusst begrenzen: Alkohol kann schon in kleinen Mengen schaden. Dazu gibt es gesonderte Regeln.

Das Spendenkonto von Quarkundso.de finden DGE, Gesundheitsämter, Krankenkassen und andere interessierte Kreise oben rechts. Wir bitten für die Neuerstellung der Nr. 7 von 10 Regeln um den gerechten Anteil vom Haushalt der DGE.

Macht 500.000 Euro. Vielen Dank.

Der Dank gebührt aber auch dem FOCUS, der zur absolut zukunftsträchtigen Wasser-Challenge ausgerufen hat.

Wir fordern daher alle Leser auf, dort mitzumachen. Der Link steht unten. Danach gehen Sie nach der – neuen – Regel Nr. 7 vor. Dann kann für den Rest Ihres Lebens nichts mehr schiefgehen.

©Johanna Bayer

Die Wasser-Challenge im FOCUS

AKTUELLER NACHTRAG: Die DGE ändert ihre 10 Regeln nach diesem Beitrag von Quarkundso.de!

Die 10 Regeln der DGE hat die DGE – Überraschung! – geändert, und zwar NACH Erscheinen dieses Blogbeitrages. Der Beitrag auf Quarkundso.de mit unserer neuen Regel Nr. 7 und vielen Hinweisen dazu ging am 11.8.2017 online.

Am 30.8.2017 hat die DGE nun ihre 10 Regeln umformuliert in eine einfachere und „knackigere“ Form, wie sie schreibt. Und jetzt steht da auf der Homepage unter Regel 7: „Am besten Wasser trinken!“ . Weiter heißt es:

„Trinken Sie rund 1,5 Liter jeden Tag. Am besten Wasser oder andere kalorienfreie Getränke wie ungesüßten Tee. Zuckergesüßte und alkoholische Getränke sind nicht empfehlenswert.Ihr Körper braucht Flüssigkeit in Form von Wasser. Zuckergesüßte Getränke liefern unnötige Kalorien und kaum wichtige Nährstoffe. Der Konsum kann die Entstehung von Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 fördern. Alkoholische Getränke sind ebenfalls kalorienreich. Außerdem fördert Alkohol die Entstehung von Krebs und ist mit weiteren gesundheitlichen Risiken verbunden.

Nicht, dass wir uns da was einbilden – natürlich war, wie die DGE auf Anfrage antwortete, die Überarbeitung der 10 Regeln schon längst geplant. Aber interessant ist die Übereinstimmung  schon. Hier der Beleg für das Original, wie es bis 30.August 2017 online war, oben im Text schon zitiert wurde und auf das sich unsere – konstruktive – Kritik bezieht:

Die 10 Regeln der DGE – online bis 30.8.2017

Wir rechnen in den nächsten Tagen mit dem Eingang von 500.000 Euro auf das Sparschwein.  Verbindlichsten Dank!