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Holger Stromberg kocht fürs Klima: Ändert Essen wirklich alles?

Mit seinem neuen Buch will Promi-Koch Holger Stromberg Welt, Klima und Gesundheit retten. Doch sein Konzept zur Totalsanierung macht zu viele Versprechen auf einmal und serviert neben Fake Food auch Fake News.

 

Alle wollen jetzt für das Klima essen, also eigentlich gegen das Klima. Genauer: Gegen das, was sich da gerade ändert und sehr bedrohlich wirkt.

Und Essen scheint der einzige Weg zu sein, um die Katastrophe abwenden können: Tempolimit, Flugverzicht oder den gemütlichen Kamin abschaffen kommen ja nicht in Frage, was sollen wir uns denn noch alles verbieten lassen!

Am Essen aber kann man schrauben. Da sind die Ansprüche der Deutschen von jeher nicht hoch, also tut es nicht so weh, wenn das Niveau noch weiter sinkt. Unisono fordern Kommentatoren, Kolumnisten und Autoren daher, in erster Linie anders zu essen.

Auch der Fernsehkoch und ehemalige Küchenchef der deutschen Fußballnationalmannschaft, Holger Stromberg, hat dazu ein Buch herausgebracht.

 

Essen, Gesundheit und die Welt retten: ein Großkonzept

Es heißt „Essen ändert alles“. Das ist genial. Also, der Titel ist genial, weil knapp und vielversprechend. Und was draufsteht, steht auch drin.

Stromberg bietet nämlich nicht nur Rezepte, sondern eine Art Totalsanierung – körperlich, psychisch, ökologisch, global und überhaupt: die Umwelt schonen, mehr über Ernährung wissen, damit man sich danach „gesund essen“ kann, unter anderem, weil es im Darm wieder flutscht, weil man genügend „Vitalstoffe“ zu sich nimmt und überhaupt „Selbstverantwortung leben“ soll.

Dazu gibt es noch Abschnitte zu Achtsamkeit, besseren Schlaf, besseren Umgang mit Stress und ein starkes Immunsystem.

Das vorletzte Kapitel, bevor es endlich zu den Rezepten geht, heißt dann glatt: „Rette die Welt“. Es dreht sich um Nachhaltigkeit, „Industrielebensmittel“, Öko-Produkte und die Frage, ob man Tiere essen darf. Die folgenden „Genussrezepte“ umfassen nur noch 20 Seiten von 190, ein Kochbuch kann man das schon nicht mehr nennen.

Das Versprechen darin ist verführerisch, nämlich die unschlagbare Kombination von „ökologisch + gesund + einfach + schnell + total lecker“.

 

Die große Koch-Illusion: lecker, einfach und ganz schnell

Allerdings weiß jeder kochende Mensch: So einfach geht es nicht.

Denn was lecker ist, braucht meistens lange: Man muss es stundenlang einweichen, marinieren, kalt stellen, ziehen oder köcheln lassen; Gemüse vom Wochenmarkt nach Hause schleppen, kleine Spezialitätenläden aufsuchen oder Zutaten im Internet bestellen. Auch bei Stromberg geht es nicht ohne endloses Kleinschneiden, Raspeln, Portionieren und Vakuumieren ab.

Genau deshalb verdient die Lebensmittelindustrie Milliardenumsätze mit Fertiggerichten und kleinen Helferlein von Aufbackpizza über Teigmischungen bis zu Soßen in Quetschflaschen.

Auch „gesund“ ist so eine Sache. Was ist schon „gesund“?

Einfach „mehr Pflanzliches“ ist auf keinen Fall automatisch gesund, ebenso wenig wie „weniger Fleisch“ oder „weniger Fett“ pauschal gesund sind. Das behauptet Stromberg aber keck auf dem Umschlag.

Die von Haus aus misstrauische Chefredakteurin hat hier Lunte gerochen und Strombergs Sanierungskochbuch erstmal der Abteilung Dokumentation & Recherche reingereicht. Dort sitzen Pedanten, die auf sachliche Richtigkeit prüfen und nach Zahlen, Daten und Fakten fragen.

Steile Thesen bei Holger Stromberg

 

EAT-Lancet-Empfehlungen ohne wissenschaftliche Evidenz

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Als erstes notierten die Erbsenzähler, dass Stromberg sich auf die Empfehlungen der sogenannten EAT-Lancet-Kommission stützt. Dieses Gremium reklamierte schon im Januar 2019 für sich, zugleich die Gesundheit und den Planeten zu retten.

Nach dieser Vorlage ein Rezeptbuch zu stricken, ist natürlich clever, leichte Beute im Öko- und Klima-Mainstream.

Quarkundso.de aber hat einige Fragen dazu schon 2019 gestellt, hier nachzulesen. Denn die Widersprüche des Konzepts liegen offen, was Stromberg nicht thematisiert. Dazu gehört, dass die Mitglieder dieses illustren Kreises so unabhängig nicht sind, wie sie selbst und auch Stromberg behaupten, mehr dazu unten in den Links.

Ernährungsexperten von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), haben Quarkundso.de außerdem bestätigt: Evidenzbasiert ist das alles nicht.

Das bedeutet: Wissenschaftlich gesicherte Belege für die Gesundheitsversprechen der EAT-Lancet-Kommission mit ihrer Planeten-Diät gibt es nicht. Und wer anders isst, ruiniert weder zwangsläufig seinen Körper noch den Erde.

 

Hauswirtschaft wie bei Oma – nur aus anderen Gründen

Immerhin: Das Vorkochen und Planen, zu dem Stromberg rät, ist nicht falsch, etwa, Gemüse gleich nach dem Einkaufen frisch zu verarbeiten, für die ganze Woche in den Kühlschrank packen, die ganze Bandbreite von Gemüse und Hülsenfrüchten auszunutzen, gut zu würzen – fertig ist das leckere Klimamenü.

Das ist zumindest teilweise inspirierend, wenn man den Geschmacksstil mag. Der ist von Miso, Sojasoße und allerlei Fertigwürzen mit viel Umami geprägt, was daran liegt, dass Stromberg Sahne, Butter, Milch und Speck aus den Rezepten streicht, dem Klima und der Gesundheit zuliebe, natürlich.

Leider bringt das fettige Tierzeug aber auch Geschmack und Textur ins Gemüse. Und die müssen ersetzt werden, Stromberg will das mit asiatischen Fertigwürzen und allerlei veganen Ersatzprodukten bewirken. Die Batterie von Flaschen und Dosen, auf die man da zurückgreifen soll, ist durchaus gewöhnungsbedürftig,

Ansonsten kommen die Tipps zum Vorkochen, im Buch trendig „Meal Prep“ genannt, aus der „guten alten Hauswirtschaft“, wie Stromberg selbst sagt: Nichts wegwerfen, Abfall vermeiden, Reste verwerten, frisch einkochen, planen – einfach alles wie bei Oma, die sparen musste. Nur aus anderen Gründen.

 

Mal wieder: Erlöst durch Essen

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Doch bevor es ans Kochen geht, hat das zweite Motiv, Gesundheit, den großen Auftritt. Die wird vom richtigen Essen natürlich auch gerettet, wenn man sie vorher ruiniert hat, und zwar mit falschem Essen.

Das ist die Logik, die Stromberg anhand seiner eigenen Geschichte ausbreitet.

Um seine „Stressspirale“ und eigene „Schlüsselmomente“ geht es da, und die persönliche Fallhöhendramatik erscheint, die fast alle Autoren von Ernährungsbüchern auftischen: vorher Fastfood-Esser, dick, krank, gestresst und unglücklich, immer mehr Probleme und Schmerzen, ratlose Ärzte, dann Umkehr, Erleuchtung und Gesundung durch (irgendwie) anderes Essen.

Wie Bas Kast in seinem Ernährungskompass nennt auch Stromberg keine Diagnosen, es erscheinen nur diffuse Beschwerden wie Hautausschläge und allerlei Schmerzen.

„Dutzende von Ärzten“ fanden angeblich nichts, erst der Promi-Doc Hans Jürgen Müller-Wohlfahrt hat den Patienten auf den richtigen Weg gebracht.

 

Gesunde müssen nicht essen wie Kranke

Er soll zwar auch nichts gefunden haben, trotzdem riet Müller-Wohlfahrt, schreibt Stromberg, viel Wasser zu trinken, und zwar ohne Kohlensäure, und auf Bier und Rotwein zu verzichten.

Die Pedanten von der Abteilung Dokumentation notierten an dieser Stelle: „Bei so etwas geht es meist um Gicht. Oder um Rheuma“.

Dafür sprechen auch die Ekzeme, Allergien, Hüftschmerzen und zuletzt die starken Schmerzen im linken Fuß von Stromberg, die nach den Ratschlägen des Fußballdoktors verschwanden. Solche Anfälle sind typisch für Gichtpatienten, auch für Rheumatiker, die Krankheiten sind verwandt.

Aber auf keinen Fall wollen wir hier aber über die Krankenakte von Holger Stromberg spekulieren, das wäre indiskret.

Es soll reichen, festzuhalten, dass die Strombergs Ernährungskonzept auffallend auf Gicht und Rheuma gemünzt ist: entzündungshemmend essen, wenig Fruchtzucker, wenig Fleisch, am besten gar keins – eigentlich ist das ein Schonkost-Konzept wie in der Kurklinik.

Vielleicht sollte man dann die Karten auf den Tisch legen und gleich sagen, für wen diese, nun ja, Diät, sinnvoll ist: Nämlich nicht für alle. Sondern nur für Leute, die bestimmte Krankheiten haben, oder die vorher so schlaf- und essgestört waren wie der Autor zeitweise selbst.

Die Ernährung aber mit der Last für das ganze Leben zu überfrachten – „Essen ändert alles!“ – ist nicht wirklich sinnvoll. Wenn jemand im Lebensrhythmus komplett entgleist, nächtliche Fressanfälle hat und, wie Stromberg selbst beschreibt, ein Workaholic ist, der keine Struktur mehr einhalten kann. liegen die Probleme eigentlich nicht am Essen.

 

Zahlen, Daten, Fakten bei Stromberg

Trotzdem kann man nichts dagegen haben, wenn das Klima gerettet und weniger Tiere in Massenställen gequält werden. Darüber ist sich inzwischen die halbe Welt einig, zum Glück. Die Fakten dafür sollten trotzdem stimmen. Und hier haut Stromberg so oft und geradezu absichtsvoll daneben, dass er die guten Intentionen seines Buches fast zunichte macht.

Gleich am Anfang droht er zum Beispiel ob des üppigen Konsums in den Industrieländern:

“… anderswo hungern Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation hat ausrechnen lassen, dass im Jahr 2017 mehr als 820 Millionen Menschen an Hunger und chronischer Unterernährung leiden – und es werden immer mehr …

Für die Tieraufzucht werden also Nahrungsmittel gebraucht, die woanders fehlen … So ist der hohe Fleischkonsum in der westlichen Welt ein wichtiger Faktor, warum so viele Menschen in armen Ländern hungern müssen“.

Nun ja. Nicht nur, dass es keinen Zusammenhang zwischen Überproduktion und Übergewicht in Industriestaaten und Hunger anderswo gibt. Auch hat die WHO diesen Zusatz „ – und es werden immer mehr“ nicht ausrechnen lassen.

 

Mit dem Holzhammer

Dramatisch und mit Aplomb geht es weiter: Zu viel Zucker, „Fett aus tierischen Quellen“ und eine „Unmenge an ungesunden Zusatzstoffen“ in der heutigen Ernährung machen „den Darm kaputt“ (Seite 25), na, dann müssten die Deutschen schon längst ausgestorben sein.

Demgegenüber ist „pflanzliche Nahrung generell reich an Stoffen, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und einigen Krebsarten vorbeugen können“ (S. 26) – schön wär`s: Das ist selbst bei den allergrößten Studien wie der EPIC-Studie so nicht rausgekommen, alle Erwartungen an die besonders vorbeugende Wirkung von Obst und Gemüse bei Krebs konnten bislang nicht bestätigt werden.

Haltbare Milch hat wiederum laut Stromberg „nicht mehr viele Nährstoffe“ (Seite 128) – wie bitte? Zwar müssen beim Erhitzen zwecks Haltbarmachung der Milch ein paar Vitamine dran glauben. Das ist aber immer so, wenn es heiß wird – Vitamine gehen auch kaputt, wenn man zuhause die Milch für Kaffee oder Kakao aufkocht.

Die eigentlichen Nährstoffe bleiben dabei aber erhalten, auch in H-Milch: Es sind Eiweiß, Fett und Milchzucker, dazu das begehrte Kalzium, bestätigt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE); Link steht unten.

Zucker und Weizen, die üblichen Verdächtigen, hat Stromberg auch auf dem Kieker. Zu Zucker kommt die alte Leier – steckt überall drin, macht krank und süchtig (!), dazu heißt es auf Seite 37: „Wissenschaftler vergleichen die Wirkung von Zucker auf das Gehirn mit der von harten Drogen wie Kokain.“

Das ist rundheraus Quatsch, den wir nicht mehr hören können. So etwas verzapfen nur verstrahlte, esoterische Hausärzte oder Heilpraktiker, keine Wissenschaftler – bitte hier bei Quarkundso.de nachzulesen, der NDR musste damals bekanntlich zurückrudern und hat seinen Text geändert.

 

Hallo, Lektorat?

Lecker Makkaroni aus Hartweizen: voller Eiweiß

Über Weizen heißt es bei Stromberg, der habe wenig Eiweiß (Seite 40).

Alle möglichen anderen Getreidearten wie Dinkel, Emmer, Einkorn, dazu Hafer, Gerste und Roggen, seien daher dem Weizen vorzuziehen, weil sie mehr, nämlich bis zu 15 Prozent Protein, enthalten.

Dummerweise sind Dinkel, Emmer und Einkorn auch Weizen (hallo, Lektorat?).

Und dann gibt es Weizensorten, die locker auf 15 Prozent Eiweiß kommen, nämlich der Hartweizen, und zwar von alters her.

Über Jahrtausende haben ganze Völker damit ihren Eiweißbedarf gedeckt, in China seit 4000 v. Chr.

Rund um das MIttelmeer sind Brot und Nudeln traditionell aus proteinhaltigem Durumweizen, gerade wegen des hohen Eiweißgehalts. Auch in Arabien und Asien ist Weizen bedeutsam, weil er sich unschlagbar vielseitig backen und zu elastischen Teigen verarbeiten lässt, und dabei nicht nur Eiweiß liefert, sondern auch köstlich knusprige Ergebnisse liefert, anders als Roggen und Gerste, übrigens.

Das kann man in jedem Ernährungslexikon nachschlagen – wenn man denn nachschlägt. Dort erfährt man auch, dass Roggen nicht mehr, sondern weniger Eiweiß enthält als alle Weizenarten, und Hafer weniger Eiweiß als Hartweizen.

 

Energetisiertes Wasser und falsche Versprechen

Doch anstatt nachzuschlagen, zieht Stromberg andere Register: „Echte Lebensmittel“ nennt er „energetisch hochwertig“ weil sie „frisch und vitalstoffreich“ seien, im Gegensatz zu den bösen „bloßen Nahrungsmitteln“, die „sättigen bei gleichzeitig hoher Energiedichte“ (Seite 29).

„Energetisch“ ist hier esoterisch – liefern „Frische“ und „Vitalstoffe“ Energie? Sind das nicht die Kalorien?

Und umgekehrt: „Sättigende Lebensmittel mit hoher Energiedichte“, hier als schlecht gebrandmarkt, sind ausgerechnet Vollkornbrot aus Roggen sowie Vollkornnudeln. Diese sind in Strombergs eigenem Ernährungskreis, vorne im Umschlag, prominent platziert und sogar bevorzugt zu verzehren – da versteht der Autor offensichtlich nicht, was er über Sättigung und Energiedichte schreibt.

Mit der Esoterik hat Stromberg es aber, er preist nämlich „energetisiertes Wasser“ an (Seite 56), und stellt einen Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln vor, „Vitalstoffe“ genannt.

Über das Konzept der Firma schreibt Stromberg, dass es „heute in der Fachwelt und in der Wissenschaft hohe Anerkennung genießt.“ (Seite 74).

Leider ist das Gegenteil der Fall: LaVita, so heißt der Hersteller, ist schon mehrfach wegen unerlaubter Gesundheitsversprechen abgemahnt worden und fällt laut Verbraucherzentralen damit „unangenehm auf“ (Link steht unten).

 

Essen nach Laborwerten

Bei einer Liste von pflanzlichen Eiweißlieferanten, die das Fleisch ersetzen sollen, stehen auf Seite 44 an erster Stelle Hanfsamen, es folgen Hülsenfrüchte, an dritter Stelle Mandeln, an vierter Stelle Brunnenkresse, später Pilze, Spinat und Brokkoli.

Nur die Hülsenfrüchte leuchten ein. Brunnenkresse für den Eiweißbedarf anzuführen, ist Unsinn, dasselbe gibt für die neumodischen Hanfsamen.

Diese Exoten-Zutat ist erstens teuer, zweitens geht sie nur als Körnerstreu über Müsli oder Salat durch. Mit Weizennudeln oder Hirsebrei erreicht man für die tägliche Proteinzufuhr wesentlich mehr, wenn es denn weder Fleisch noch Fisch noch Eier oder Käse – die Top-Eiweißlieferanten – sein sollen.

Neu im Veganer-Regal; Hanfsamen

Das heißt natürlich nicht, dass man Pilze, Spinat und Brokkoli oder auch Hanfsamen nicht essen sollte.

Aber die Liste von Eiweißlieferanten damit anzuführen ist absurd, zumal der ganze Abschnitt damit überschrieben ist, dass man am besten essen solle wie die Menschen am Mittelmeer.

Doch dort zieht man Fisch, Fleisch, Käse und Nudeln vor, wenn es um Eiweiß geht, nicht Brunnenkresse und Hanfsamen. Scheinbar hat der Koch die Lebensmittel an dieser Stelle rein nach ihren Laborwerten ausgesucht, nicht nach ihrem echten Stellenwert in der Küche.

 

Mit Fake-Food die Welt retten? Lieber mit echtem Essen

Dieses Künstliche findet sich am Ende auch in der Einkaufsliste, denn dort stehen – dem Klima und den Tieren zuliebe – jede Menge vegane Kunstprodukte: industrielle Imitate von Butter, Sahne, Käse, Milch, Wurst, Mayonnaise und Käse, dazu Sojaschnetzel und weitere „Fleischalternativen“, alles aus dem Veganer-Bedarf, für die „planetengesunde Woche“.

Aber leider, leider haben diese Imitate mit echtem Essen so wenig zu tun wie Hanfsamen mit Mittelmeerkost. Sie sind Industrieerzeugnisse, hochprozessiert, mit vielen Zusatzstoffen.

Echtes Essen ist aber das, was sich Stromberg auf die Fahnen geschrieben hatte, mit seinem „Meal Prep“. Davon bleibt am Ende leider nicht viel übrig.

Noch dazu ist der weit überwiegenden Mehrheit aller Experten weltweit klar, dass eine zukunftsfähige Landwirtschaft nicht ohne Tiere auskommt – und der Mensch nicht ohne tierische Produkte. Man wird also andere Strategien suchen müssen, um diese wertvollen Nahrungsmittel tier- und umweltfreundlich herzustellen. Fake-Food, Ersatzessen und Fertigsoßen lösen das Problem nicht.

©Johanna Bayer

LINKS

Die Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Gonder zu den Interessenskonflikten der EAT-Lancet-Kommission

Die Verbraucherzentralen über die Geschäftspraktiken von LaVita

Weitere Rüge für LaVita

Das BZfE zu Inhaltsstoffen bei haltbarer und erhitzter Milch

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Framing-Alarm! Sprache schafft Bewusstsein – auch beim Essen?

Framing ist das neue Überzeugen, sagen Kommunikationsberater, denn es polt das Denken um. Mag sein – doch die Erfahrung bei der Ernährung zeigt: Beim Essen funktioniert Framing schmerzhaft nicht. Dafür erweist sich als überraschend schädlich, wie Essen permanent geframed wird, und zwar in „gesund“ und „ungesund“. Das ist kontraproduktiv – Quarkundso.de fordert ein Gesetz gegen Ungesundheitsgeschwätz.

 

Teller, zwei Toastscheiben, zwei Spiegeleier

Alles, aber auch alles „ungesund“: Eier (vom Tier!). Toast (Weizen!). Röstung (Acrylamid!). Wahrscheinlich auch noch in Butter gebraten – wie hat Oma das nur überlebt?

 

Wir müssen jetzt framen. Framing gehört einfach dazu. Framing ist das neue Überzeugen, diesmal mit Tricks aus der Kognitionspsychologie und Kognitionslinguistik.

Was mit Kognition macht nämlich immer Eindruck.

Deshalb berufen sich Leute, die andere beeinflussen oder nur schnell die Welt ändern wollen, gerne auf Geheimnisse des Gehirns: von Coaches über fragwürdige Psychoklempner wie Neurolinguistische Programmierer oder die Scientology-Sekte über Lehrer und Sozialpädagogen bis hin zu Genderaktivisten und natürlich Politikern.

Framing soll dabei als subtile Technik das Denken anderer kapern, indem man eindrucksvolle Wörter prägt. Die legen einen Deutungsrahmen fest, dem das Gegenüber nicht entkommt, wie Wissenschaftler herausgefunden haben sollen.

 

Wenn was weg soll: einfach umbenennen

Framen geht so: Etwas, das unerwünscht oder schlecht angesehen ist und das man Leuten unterjubeln will, benennt man um: in Schönes, Beliebtes, gut Klingendes oder moralisch Hochstehendes. Damit weckt man positive Assoziationen und appelliert an eigene Werte.

Gleichzeitig nimmt man sich Begriffe der Gegner vor. Diese etikettiert man auch neu, nämlich mit Negativem, Unmoralischem oder Abstoßendem. So ändert man Wahrnehmung und Denken bei der Zielgruppe – Sprache schafft Bewusstsein! – und schwupps, sind die Leute umgepolt.

Wichtig sind dabei das ständige Aufrufen des neuen Deutungsrahmens und das Einschleifen der Sprachbilder. Dann bringt das Wörding (*neusprech) die Gegner zur Strecke. Denn wenn man es richtig anstellt, sind sie gleich auch moralisch diskreditiert. So ungefähr hat es gerade die Linguistin Elisabeth Wehling den ARD-Sendern empfohlen, womit sie einen Sturm der Entrüstung auslöste.

Der war eigentlich unberechtigt – natürlich können sich öffentlich-rechtliche Sender zur strategischen Kommunikation beraten lassen.

Ob das Angebot gut war oder nicht, sei allerdings dahingestellt.

Und ob das Framing so funktioniert, wie Frau Wehling es verkauft hat, auch.

 

Framing beim Thema Ernährung

Damit kommen wir zur Kernkompetenz von Quarkundso.de: dem Verhältnis von Essen und Medien. Und zum Framing.

Essen wird nämlich brutal geframed. Wirklich brutal. Seit vielen Jahren, und nicht nur von Journalisten. Sondern auch von Ämtern, Verbänden und Institutionen, Ärzten und Politikern, Aktivisten und Lobbyisten.

Dabei ist die Auswahl an Frames mehr als dünn: Es gibt nur noch einen einzigen Deutungsrahmen für Essen und Ernährung.

Und das ist „Gesundheit“.

Dieses Etikett pappt inzwischen überall drauf. „Gesund“ zu essen ist geradezu eine nationale Obsession geworden: Laut Ernährungsreport der Ministerin Klöckner hat das Merkmal „gesund“ schon die Geiz-ist-Geil-Haltung überholt. Nur noch 32 Prozent schauen beim Essen auf den Preis, dagegen ist es 91 Prozent wichtig, dass Essen „gesund“ ist.

Das ist neu, schließlich sind die Deutschen in Europa berüchtigt für ihre Billig-Mentalität beim Essen. Zumindest für die Selbstdarstellung haben sie diese also abgelegt.

 

Das Framing-Paradox: Anders reden als man isst

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Man darf sich nämlich nichts vormachen: In Umfragen neigen Menschen dazu, sich besser zu geben als sie sind – ökologischer, bescheidener, gemeinwohlorientierter, vernünftiger, tierfreundlicher und bedacht auf die Figur.

Wenn sie mit dem Fragebogen fertig sind, gehen sie zum Discounter, kaufen Hähnchenfleisch für 0,99 Euro und zischen zwei, drei Feierabendbier. Ab morgen machen sie Diät.

Für das Framing beim Essen ist dies nichts weniger als eine Bankrotterklärung: Das Dauerfeuer mit „gesunder Ernährung“ und „gesunder Wahl“ kommt nicht an.

Schon 2005 hielt der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Volker Pudel, diesen mentalen Zustand im Spiegel-Magazin fest:

„Die Deutschen essen so, wie sie immer gegessen haben. Nur heute mit schlechtem Gewissen.“ (Spiegel-Spezial vom 28.6.2005).

Das zeigt schmerzhaft: Weder der Gesundheitsrahmen noch das ständige Einschleifen der Parolen funktionieren beim Thema Ernährung – anders als Framing-Experten es versprechen.

 

„Vom Wissen zum Handeln“ ist das Problem

Jetzt, gut 15 Jahre später, sind die Ernährungshüter noch verzweifelter. Denn nie waren die Deutschen so dick wie heute, eine Welle von Übergewicht und seinen Folgekrankheiten rollt über das Land.

Unter Berufstätigen und Rentnern ist Normalgewicht schon nicht mehr die Regel, beklagte erst 2017 die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, (DGE). Der mündige Bürger gibt sich derweil weiterhin gesundheits-, figur- und umweltbewusst.

„Vom Wissen zum Handeln“ lautete daher erst 2018 ein hilfloser Kampagnenspruch des Ernährungsministeriums zu einem Ideenwettbewerb: Wie bringt man Leute dazu, das, was sie bereitwillig als Absicht herunter beten, auch zu tun?

Schließlich haben schon Vierjährige das Framing intus und deuten auf Toastbrot, wenn sie zeigen sollen, was „ungesund“ ist, und auf Roggenbrot, wenn es um „gesund“ geht.

Was sie lieber essen, liegt aber auf der falschen Seite, und zwar quer durch alle Altersklassen. Doch wird danach nicht gefragt, und so beginnt die Spaltung im Kopf.

 

Gesund oder ungesund – und sonst nichts?

Doch schauen wir uns das Framing bei der Ernährung, den Deutungsrahmen, noch etwas genauer an. Der Kontext „Gesundheit“, in dem Essen fixiert ist, bringt bestimmte Vorstellungen mit sich, darunter die, Lebensmittel könnten wirken wie ein Medikament.

Das aktiviert Begriffe aus Medizin, Pharmazie und Therapie: Heilmittel, Iss Dich gesund, wirksame Inhaltsstoffe, starke Antioxidantien, Droge, Gift, Sucht, Suchtmittel, Entzug, Ausnüchtern, Selbstheilung, Entgiftung.

Das rigide Einteilen von Lebensmitteln in „gesund“ oder „ungesund“ gehört dazu. Es stammt aus den USA und England, wo die Denke seit Jahrzehnten üblich ist – begleitet von einer Explosion der Fettleibigkeitsepidemie, wohl kaum ein Zufall ist

Hierzulande haben sich Ernährungsfachkräfte zuvor jahrzehntelang abgemüht zu erklären, dass das Verteufeln einzelner Lebensmittel oder Inhaltstoffe Unsinn ist: Der Mensch ist ein Allesfresser und isst eine große Auswahl von Nahrungsmitteln, außerdem gehören zur Gesundheit viele Faktoren, darunter das Körpergewicht, Bewegung, Schlaf und Stress.

Problematisch sind aber nicht einzelne Inhaltsstoffe oder Produkte, sondern in allererster Linie das Übergewicht, ganz gleich, womit man es sich angefuttert hat.  Dazu kommen mangelnde Bewegung, zu wenig Schlaf, ständige Anspannung.

Die Vorstellung aber, dass man durch bestimmte Lebensmittel – „die gesunde Wahl“ – alles steuern kann, ist verfehlt. Denn ein einzelnes Lebensmittel ist nicht „ungesund“ – es ist der Lebensstil, der gesund oder ungesund sein kann.

 

Jetzt „ungesund“: Küchenklassiker der Deutschen

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Doch mit dieser Weisheit ist es vorbei, seit die Kategorien gesund/ungesund Front machen in Texten, Webseiten, Stellungnahmen, Studien und Ernährungsratschlägen: Was früher genossen werden durfte, dazugehörte, in Maßen erlaubt oder einfach toleriert wurde, ist jetzt „ungesund“.

Das trifft nicht nur die üblichen Verdächtigen Cola, Chips und Süßigkeiten.

Nein, auch traditionelle Viktualien stehen unter dem Bann. Denn „ungesund“ sind inzwischen auch Fleisch, Wurst, Milch, Käse, Eier, Weizen, weißes Mehl und natürlich Zucker.

An konkreten Gerichten trifft es unter anderen Pommes frites, Currywurst, Salami, Leberkäse, Bratwurst, Schweinebraten, Schnitzel, Hamburger, Sahnetorten, Kekse, Eis, Käsespätzle, Kakao, weißen Reis, Wild wie Rehbraten (rotes Fleisch!), Weißbrot, Baguette, Laugenbrezeln (Schweineschmalz!) und sogar den früher gerne empfohlenen Fisch (zu viel tierisches Protein! Schwermetalle! Mikroplastik! Antibiotika! Parasiten!).

 

Absurde Widersprüche

Teilweise entstehen dabei absurde Widersprüche, etwa beim jüngst lancierten EAT-Lancet-Report.

Das Papier, stark unter dem Einfluss von notorischen Fett- und Fleischfeinden entstanden, etikettiert rotes Fleisch von Rind, Schwein, Lamm, Ziegen, Kühen und anderen Säugetieren rundheraus als „unhealthy food“.

Das ist Unsinn. Die Daten aus der Forschung geben das nicht her.

Entsprechend müssen die Experten tatsächlich in ihrem eigenen Papier konstatieren, dass tierische Lebensmittel wie Milch, Eier und natürlich rotes Fleisch besonders segensreich für das Wachstum und die Gesundheit von Kindern sind, zum Beispiel in Afrika:

In observational studies, high intake of animal source foods has been associated with improved growth, micronutrient status, cognitive performance, and motor development, and increased activity in children.

(Quelle: EAT-Lancet-Report Food in the Anthropocene, Seite 10).

Weltfremd und gegen die Esskultur

Schräg ist auch die Sicht der EAT-Lancet-Experten auf die gesättigten Fette. Die Autoren favorisieren nämlich moderne pflanzliche Industrieöle, die von Lebensmittelmultis vermarktet werden.

Gesättigte Fettsäuren, wie sie auch in Butter, Schweineschmalz oder anderen traditionellen Fetten vorkommen, sollen dagegen möglichst aus den Küchen verschwinden: Die Spannbreite in den täglichen Empfehlungen der Kommission beginnt bei null.

Das ist im wahrsten Sinne des Wortes weltfremd.

Denn die Hauptnahrungsfette in den Küchen der Welt sind traditionell tierischen Ursprungs und enthalten gesättigte Fettsäuren – zumal „null gesättigte Fettsäuren“ schlichtweg nicht geht. Schließlich enthalten alle, wirklich alle pflanzlichen Fette, darunter Oliven-, Sonnenblumen-, Palm- und Kokosöl sowie Margarine, auch gesättigte Fettsäuren.

Wer überhaupt keine gesättigten Fettsäuren zu sich nehmen will, dürfte daher gar kein Fett essen. Schwerer Vitaminmangel und Organversagen wären die Folge.

 

Neues Framing für Kakao: ungesund!

Weiße Blechtasse mit Kakao

Kakao, der Kindertrunk: Neuerdings „ungesund“.

Im Gesundheitsframing steht seit kurzem auch Kakao. Kakao macht Kinder nämlich dick und krank.

Kakao ungesund? Für Kinder?

Äh – gibt es denn ein Getränk, das mehr zu Kindern gehört als Kakao? Man kann sich das gar nicht vorstellen.

Aber tatsächlich ist es Framing-Spezialisten von der Verbraucherorganisation Foodwatch gelungen, den Schulkakao als „ungesund“ zu framen und das nicht nur unzähligen Redaktionen zu verkaufen, sondern auch mehreren Länderparlamenten.

Kakao, so die Essensretter (Selbstbeschreibung), sei schuld am Übergewicht von Kindern – schließlich enthalten die fertigen Schokodrinks der Milchlieferanten Zucker. Gezuckerter Kakao passe nicht in die Schule, so Foodwatch.

Nun steht Zucker auf der Fahndungsliste der Gesundheitspolizei gerade ganz oben, noch über Fett und Fleisch. Aber muss man wegen etwas Zucker den Kakao aus dem Schulprogramm nehmen?

 

Kinder dürfen Kakao trinken

Laut Foodwatch ja: Die Verbraucherschützer finden, dass es in Schulen überhaupt nichts mit Zucker geben darf. Angeblich, so die Aktivisten, widerspricht Kakao an Schulen sogar den Richtlinien der DGE für Schulverpflegung, denn diese sähen keine gezuckerten Milchprodukte für Kinder vor:

„Diese Förderung von Milch mit Zuckerzusatz widerspricht sogar den offiziellen, von der Bundesregierung initiierten Qualitätsstandards für Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Das Schulmilchprogramm in NRW fördert mit Steuergeldern ein Ernährungsangebot an Schulen, das den Empfehlungen zuwider läuft.“ (Quelle Foodwatch)

Doch so rigide ist nicht einmal die DGE: „Zucker wird in Maßen eingesetzt“, steht in den DGE-Richtlinien für Schulverpflegung.

Und nichts anderes.

Da steht nicht: „Zucker ist verboten“. Oder „Zucker wird gemieden“ oder „Zucker wird nicht zugesetzt“, nicht einmal „So wenig Zucker wie möglich“ oder gar „Zucker ist ungesund“.

 

Übergewicht bei Schulkindern hängt nicht am Kakao

Junge, ca. 8 Jahre alt mit Brill und Kapuzenpulli in Klassenraum schreibt mit Bleistift

Ob Schulkinder dick oder schlank sind, hängt wenig vom Essen ab, hat die KOPS-Studie gezeigt

Es steht auch nicht in den Richtlinien, dass gezuckerte Milchgetränke in der Schule nicht angeboten werden dürften, genauer:

Zu gezuckerten Milchgetränken steht überhaupt nichts in den DGE-Kriterien für gute Schulverpflegung.

Den fanatischen Gesundheitsaktivisten von Foodwatch ist Kakao vielleicht unerwünscht, weil sie sich in den Kopf gesetzt haben, dass der Schokotrunk die Übergewichtsfrage entscheidet.

Aber erstens ist das nicht so. Übergewicht von Schulkindern hängt charakteristisch wenig mit dem zusammen, was sie in der Schule essen. Dazu gibt es große Studien.

Und zweitens ist Kakao – vielleicht – nicht besonders gesund. Aber ganz sicher ist er nicht ungesund.

 

Weg mit unzulässigen Ungesundheitsaussagen!

Damit wären wir am entscheidenden Punkt: An allem ist nur dieses elende Framing Schuld.

Quarkundso.de fordert daher mit Nachdruck und sofortiger Wirkung: Das permanente Gesund-Ungesund-Spalten muss endlich aufhören!

Es ist kontraproduktiv, verleidet Menschen das Essen und fördert eben genau keinen gesundheitsbewussten Lebensstil. Sondern nur Krampf und Einseitigkeit. Dazu muss ein Gesetz her. Schließlich sind unzulässige Gesundheitsaussagen mit Recht verboten – aber was ist mit unzulässigen Ungesundheitsaussagen?

Wir fordern: Schluss mit dem Gerede von „ungesunden“ Lebensmitteln!

Ebenso, wie niemand mit pauschalen, unbelegten Gesundheitsversprechen oder angeblichen Heilwirkungen für Lebensmittel werben darf, darf auch niemand Produkte oder einzelne Inhaltsstoffe als „ungesund“ brandmarken.

Also weg mit „Zucker ist eine Droge!“, „Fleisch macht krank“, „Milch ist Gift“, „Kakao ist ungesund“.

 

Hohe Strafen: die Lex Incuria von Quarkundso.de

Wenn man ehrlich über Essen reden will, muss man die Gesund-Ungesund-Dualität verlassen:  Quarkundso.de führt dazu die neue Lex Incuria ein, von lateinisch incuria = nachlässig, mangelhaft, Mangel an Sorgfalt.

Dieses Gesetz wird Ungesundheitsframing verhindern. Dazu belegt die Lex Incuria entsprechendes Gelabere von Essenshütern jeglicher Provenienz mit schweren Strafen.

In Einzelfällen können, insbesondere gegen einflussreiche Verbände, Unternehmen, Behörden, Food-Aktivisten, NGOs oder Lobbyvereine, hohe Geldsummen auferlegt werden, zu überweisen auf das Sparschwein von Quarkundso.de.

Die ersten Mahnbescheide sind schon raus.

©Johanna Bayer