Archiv für den Monat: Januar 2016

DIE ZEIT: Besseres Schulessen und die Fallen der Argumentation. Nicht nur für Journalisten

  • Der Ernährungsminister Christian Schmidt von der CSU will für besseres Schulessen sorgen. Klar. Was sollte er auch sonst machen. Er muss ja ständig für besseres Essen sorgen. Das ist gar nicht so einfach, deshalb wirkt Herr Schmidt auch nicht glücklich in seinem Job.

    Das mit den Kindern ist aber ein Daueraufreger – schließlich geht es um Kinder! Unsere Zukunft! Kinder also.

    Was Herr Schmidt für Kinder in Kitas und Schule tun will, steht in seiner Pressemeldung vom 26. Januar 2016: Den Anfang macht ein Internet-Portal, das sich in erster Linie an Eltern richtet. Sie sollen sich zuhause und in der Schule um besseres Essen für ihre Kinder kümmern.

    Später soll es noch neue Qualitätsvorschriften geben, überwacht von einem „Nationalen Qualitätszentrum Schulverpflegung“. Und fürs Erste sollen die guten alten DGE-Standards für Schulverpflegung möglichst flächendeckend angewendet werden.

    Das ist der Plan von Herrn Schmidt.

     

    Netter Versuch in der ZEIT

    Viele nehmen die Meldung auf, auch in der ZEIT versucht sich jemand an dem Thema, genauer: bei ZEIT-online. Das Gute an dem Versuch: Der Artikel ist relativ kurz. Das nicht so Gute: Er ist schlampig gemacht, schlecht recherchiert und enthält einen dicken Fehler. So kurz es ist, in dem Stück lauern gleich mehrere Fallstricke zum Thema „Schreiben über Essen”.

    Wegen der Klagen über die Länge der Beiträge auf Quarkundso.de mache ich diesmal einen relativ kurzen Prozess. Also, für Quarkundso.de relativ kurz.

    Allerdings muss vorher ganz klar sein, dass die Fallen, die im Folgenden beschrieben werden, nicht nur Journalisten lauern. Sondern allen Menschen, zum Beispiel auch besorgten Bürgern, kritischen Denkern, engagierten Debattierern. Stammtischbesuchern und Politikern jeder Couleur.

     

    Falle 1: Der Aufhänger

    In Schulen ist das Essen schlecht und zu wenig abwechslungsreich, schreibt die Autorin, die Qualität lasse zu wünschen übrig. Das habe schon die große Studie von 2014 ergeben, die dasselbe Ministerium durchgeführt hat. Über das Schulessen heißt es also im Artikel: „Die meisten Kinder mögen es. Oft aber beklagen Schützlinge zerkochten Matsch und immer das Gleiche.“

    Ist das so? Nein. Die Studie hat 2014 ergeben, dass den meisten Kindern das Essen schmeckt. Die Durchschnittsbewertung für das Essen nach der Gesamtauswertung lautet immerhin „2,5“. Also noch gut. Trotzdem schiebt die Autorin hinterher, dass angeblich oft geklagt wird.

    Welche Falle ist es? Die Recherchefalle und die Storyfalle.

    Einerseits die Recherchefalle – die Fakten sollte man halbwegs kennen. Und das Material lesen, das man auf dem Tisch hat, in diesem Fall den Ergebnisband zur Studie. Den hat das Ministerium 2014 präsentiert, und die Autorin verlinkt diese Quelle auch direkt im Text – studiert hat sie sie aber wohl nicht wirklich.

    Andererseits lauert hier auch die sehr häufig auftretende Storyfalle: Um die eigene Argumentation zu stützen, zitiert man erst die bekannten Fakten. Das zeigt, dass man ordentlich gearbeitet hat: „Die meisten Kinder mögen es“.

    Dann sagt oder schreibt man genau das Gegenteil, also einfach, was man will: „Oft beklagen Schützlinge zerkochten Matsch.“ Schon fluppt die Story.

     

    Falle 2: Einführung und möglichst schmissige Begründung des Problems

    Hier kommt sie in dieser Form: „Zuhause ist alles bio oder womöglich vegan und in der Schule soll es keine Alternative zum Billigfleisch geben?“

    Ist das so? Nein. In welchen Haushalten ist schon „alles bio“? Die Zahlen sind doch bekannt: Bioprodukte, insbesondere das teure Fleisch, haben nur einen geringen Anteil am Lebensmittelmarkt.

    Es sind lediglich um die vier Prozent für alle Biowaren und lausige zwei Prozent für Biofleisch. Zwei Prozent! Von den Veganern wollen wir mal lieber gar nicht erst reden – deren Anteil liegt noch weit darunter, unter einem Prozent.

    Und dass in vielen Haushalten hochwertig gekocht wird, aber in Schulmensen nur Schrott auf den Teller kommt, stimmt nicht nur nicht – genau das Gegenteil ist der Fall.

    Der weitaus größte Teil der Eltern wünscht sich von Schule und Staat etwas, was er zuhause gar nicht erst bieten kann oder will: ein warmes Mittagessen pünktlich auf dem Tisch, nahrhaft, mit mehreren Komponenten verschieden gekocht, dazu ein vielseitiges Salatbüffet und frisches Obst, alles möglichst abwechslungsreich. Und das jeden Tag. Jeden Tag! Für nicht mehr als 2,50 Euro.

    Von den Millionen Familien, in denen „zerkochter Matsch“ auf den Tisch kommt, mal gar nicht zur reden.

    Welche Falle ist es? Die Klischeefalle oder die Milieufalle.

    Bei der Klischeefalle lassen Redaktionen eine Plattitüde durchgehen, die im Text weiterführt oder die eigene Argumentation stützt, ohne dass es dazu Fakten gibt. Auch Nicht-Journalisten greifen besonders gerne und hemmungslos in die Klischeekiste.

    Bei der Milieufalle urteilen Menschen – auch Journalisten – nur nach ihrem eigenen Umfeld. Die Verfasserin könnte also zu den – sehr – wenigen Bundesbürgern gehören, bei denen zuhause alles bio ist, oder gar vegan.

    So etwas kann Wahrnehmung und Urteilsfähigkeit massiv verzerren. Das sollte es bei Journalisten aber möglichst nicht tun.

    Daher Vorsicht – die Milieufalle ist eine der häufigsten und gefährlichsten Tücken der Branche überhaupt. Unter Normalmenschen ist die Milieufalle ebenfalls sehr häufig und wird meist tragisch übersehen.

     

    Falle 3: Fakten, Fakten, immer diese Fakten 

    Die DGE-Standards für vollwertiges Essen, die 10 Regeln, seien vielen Schulen und Lieferanten von Schulessen nicht bekannt, schreibt die Autorin.

    Im Original: “Eine Studie der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften hatte ergeben, dass Qualitätsstandards fürs Essen, wie sie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, den Verantwortlichen an den Schulen und vielen Caterern nicht bekannt sind.”

    Diese Standards für Essen laut DGE beschreibt und verlinkt sie auch – und da landet man auf einer DGE-Seite, die betitelt ist mit: „Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE“.

    Ist das so? Nein. Dicker Irrtum, eine Verwechslung – und voll gepatzt. In der Studie wurde gar nicht nach diesen simplen 10 Regeln für vollwertige Ernährung gefragt, von denen die Autorin hier ausgeht. Das wären die einfachen Ratschläge, in denen es zum Beispiel heißt, dass man nicht so viel Fleisch essen soll, aber dafür dafür öfter Gemüse, Obst und Vollkornprodukte.

    Das sind nur ganz allgemeine Ernährungsprinzipien als Groborientierung für jedermann.

    In der Studie hingegen geht es um ganz andere Regeln: um die DGE-Qualitätsstandards für Gemeinschaftsverpflegung, insbesondere für Schulen und Kindergärten.

    Das sind umfangreiche Konvolute, ausgeklügelt von Ökotrophologen, mit Wochenplänen, Nährwertangaben und ganz viel Drum und Dran. Sie sind Grundlage für eine Zertifizierung durch die DGE, und ihr Sinn und Unsinn steht durchaus in Frage. Ebenso wie die der 10 primitiven Alltagsregeln, es wird lebhaft darum gestritten. Aber darum geht es ja nicht.

    Welche Falle ist es? Die Klassiker-Falle. Einfach keine Ahnung, nicht recherchiert, schnell was rausgehauen und leider daneben gegriffen.

    Die Klassiker-Falle ist eine ganz böse Falle. Wer als Autor reintappt, sitzt aber zum Glück nicht alleine drin. Der Redakteur ist auch da.

    Im normalen Leben heißt die Klassiker-Falle Stammtisch-Falle.

    Um den dicken Hund vollends rund zu machen, wurden laut Ergebnisband der Studie, den die Autorin ja verlinkt, nicht die Lieferanten, sondern die Schulträger und Kitas befragt. Also die Auftraggeber. Klar, die sind verantwortlich und müssten, wenn, Verträge schließen und die Einhaltung der DGE-Qualitätsstandards kontrollieren. In der schlichten Pressemitteilung des Ministeriums ist weder von Lieferanten oder Schulen, sondern von Kindertagesstätten die Rede.

    Nun hat die ZEIT-Autorin ja ohnehin die falschen Regeln im Kopf und sie auch noch verlinkt.

    Trotzdem muss man sagen, dass leider im Ergebnisband zur Studie auf Seite 36 ausdrücklich steht: „Der Qualitätsstandard der DGE ist den Schulträgern bekannt, da er zum Teil auch vertraglich eingefordert wird.“ (Ergebnispräsentation des BMEL von 2014, S. 36).

    Hm. Also, aus der Nummer kommen die ganz schlecht wieder raus. Da hilft nur eins: Nachsitzen, Text ändern, neue Links raussuchen.

    Im normalen Leben gilt bei dieser Falle: den Stammtisch wechseln.

     

    Falle 4: Die Hauptaussage kommt am Ende

    Am Ende des Ganzen geht es um die Hauptaussage. Eigentlich ist der Artikel nicht mehr als eine etwas aufgeblasene Meldung, ein kleiner Me-Too-Beitrag im Ressort Gesellschaft. Weder große Sachkenntnis noch Debatte und Argument sind gefordert, Mitreden ist alles.

    Doch zum Schluss haut die Autorin den Lesern dann noch um die Ohren, dass alles, was sie vorher eingefordert und angemahnt hat doch eigentlich obsolet ist.

    Dabei führt sie den redlichen Minister tüchtig vor, den Armen.

    Der will jetzt alles besser machen und eine Art TÜV fürs Schulessen einführen, wie sie referiert. Stimmt, der Minister hat 2014 medienwirksam beklagt, dass es einen TÜV für Turngeräte gibt, dass aber die DGE-Qualitätsstandards eine rein freiwillige Sache sind.

    Zum Glück, muss man nebenbei einwerfen, denn die DGE-Regeln schreiben auch unsinniges Zeug vor, zum Beispiel Magermilch.

    Aber egal, was man in der Sache darüber denkt – warum heißt es am Ende des kleinen, schlampigen Beitrags auch noch wichtig: „Ob (das geplante Qualitätszentrum) dem TÜV wirklich ähnelt und einem Caterer etwa die Zulassung verweigern kann, ist fraglich. Und Entscheidungshilfen für die Schulen und Kitas gibt es schon jetzt.”

    Das ist gemein. Der arme Minister kann nicht von heute auf morgen die Schulgesetze ändern, nach denen Schulen und Bildung, auch Ernährungsbildung, Ländersache sind.

    Er kann auch nicht einfach irgendwelche Regeln in Gesetze nageln, in einem Bereich, in dem Eltern aus kulturellen, religiösen und erzieherischen Gründen Mitspracherecht haben – und auch die Pflicht, sich darum zu kümmern.

    Es ist daher richtig, legitim und ein wichtiger Anfang, dass der Minister mit seiner Info-Plattform auch die Eltern adressiert.

    Welche Falle ist es? Die Nörgel-Falle.

    Die Nörgel-Falle ist eine tiefe Grube, in die viele Menschen, nicht nur Journalisten, dieser Tage stürzen. Wer von einer Sache nichts versteht, aber zeigen will, dass er ein kritischer Denker ist, sagt einfach am Ende: „Ob das was helfen kann? Das ist doch Kokolores, die verarschen uns doch alle. Ich glaub nicht, dass sich was ändert.“

    Journalisten, die in die Nörgel-Fall tappen, arbeiten oft in Serviceredaktionen oder im Ressort Gesellschaft, wo immer dieselben kritischen Fragen gestellt werden: „Was hat der Verbraucher davon? Wer soll das bezahlen? Das ist doch schon längst der Fall, was soll der Umstand?“

    Dahinter steckt das Mission Statement dieser Ressorts: Politik und Behörden faulenzen, lancieren sinnlose Vorzeigeprojekte, können sowieso nichts bewirken, Großkonzerne und Lobbyisten verschaukeln uns alle und der kleine Mann zahlt die Zeche.

    Das ist vielleicht nicht immer falsch. Aber oft schon.

    Tja. Was bleibt am Schluss?

    Der DISCLAIMER.

    Wer bis hierher gelesen hat, stimmt automatisch folgenden Aussagen zu:

    Journalisten sind auch nur Menschen.

    Weil das so ist, heißt das noch lange nicht, dass es so etwas wie eine “Systempresse” und “gelenkte Medien” gibt. Dieser Text darf daher nicht zu Behauptungen vorgenannter Art missbräuchlich herangezogen werden.

    Es muss mehr Geld fürs Schulessen her. Und mehr Geld und Zeit für Qualitätsjournalismus, gerade im Online-Bereich.

    Alle anderen sind genauso doof. Geht doch mal zu eurem Stammtisch.

    © Johanna Bayer

    Der ZEIT-Artikel von Parvin Sadigh online, im Ressort Gesellschaft

    Sollte die Redaktion Text und Links ändern: Die 10 Regeln der DGE, die im Ursprungstext verlinkt wurden, gibt es auf der DGE-Seite.

    Den Originaltext vom 27.1.2016 hat Quarkundso.de natürlich als PDF gesichert.

    Und hier gibt es die DGE-Qualitätsstandards für Gemeinschaftsverpflegung.

    Die Pressemitteilung des Ministerums BMELV Nr. 18 vom 26.1.2016.

    Im Archiv von Quark und so gibt es zur genannten Schulessen-Studie des Ministeriums von 2014 schon einen Beitrag – und den Link auf den höchst treffenden Kommentar von der FAZ: “Es wird gegessen, was auf dem Tisch kommt!”. Herrlich. Und wahr. Alles noch online, bitte reinschauen.

    Geld und so: Ja! Man kann jetzt spenden. Natürlich völlig freiwillig. 1 Euro würde schon reichen, mehr ist möglich – einfach ins Sparschwein stecken.

    Das steht mit diesem Bild ganz oben rechts im Menü. Wer draufklickt, landet bei PayPal, braucht zum Spenden aber kein PayPal-Konto.

     

  • Nominiert! Die Goldenen Blogger – Blogger des Jahres 2015: Quarkundso.de ist unter den vier Foodblogs des Jahres

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    Welche Auszeichnung! Nach dem Sonderpreis bei der Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres 2015 ist Quarkundso.de auf der Liste der vier besten Food- und Weinblogs 2015 bei der Wahl zu den Goldenen Bloggern.

    In der Kategorie “Beste Food- und Weinblogs” hat eine illustre Jury die Entscheidung getroffen, vier Online-Profis aus dem Who-is-Who der Blogosphäre: Franziska Bluhm, Christiane Link, Thomas Knüwer und Daniel Fiene.

    Die Preisverleihung fand am 25.1.2016 in Berlin statt. Quarkundso.de hat auf keinen Fall verloren! Aber gewonnen hat, total verdient, das grandiose Langenfeld isst. Herzlichen Glückwunsch an dieses Reality-Format der Foodblogszene!

    Die Nominierung alleine ist aber schon sehr ehrenvoll –  viel mehr geht eigentlich nicht. Den Oscar kann ja auch nicht jeder gewinnen. Man ist zufrieden mit der Nominierung und trägt ein glamouröses Abendkleid mit viel Glitzer. Das muss reichen. Wer mehr über die Wahl wissen will: Hier geht es zur Seite von Daniel Fiene mit Infos:

    “Die Goldenen Blogger 2015″.

    Wer sich schnell orientieren und entscheiden möchte, ob Quarkundso.de zu Recht nominiert wurde – hier die Highlights von 2015:

    Essen bei Hitze und die üblichen Tipps: Gefühlte Wissenschaft und was Experten wirklich sagen.

    Heiligt der Zweck die Mittel? Nein, eindeutig nicht – wenn man es mit den Fakten genau nimmt. Aber der Philosoph Harald Lemke in GEO  tut das nicht wirklich – schließlich will er ja die Welt retten.

    Olle Kamellen in der “großen Zuckerlüge” von ARTE – warum uns der große Alarm und die steilen Thesen des Neurowissenschaftlers Robert H. Lustig und des Wissenschaftsjournalisten Gary Taubes nicht weiterhelfen.

    WHO wider die Wurst – Krebs, Krebsrisiko und das Dilemma der Ernährungswissenschaft.

    Zu beiden Reizthemen – Zucker und Wurst –  erschien auch ein kleiner Nachschlag: Waren das nur Luftnummern? Hier gibt es nicht nur Wissenschaft, sondern auch Nutzwert.

    Gute Butter und beste Absichten: Warum Food-Blogger wissen sollten, was sie tun, wenn sie der Kampagne einer Großmolkerei auf den Leim gehen.

    Zum Eintritt in die Blogosphäre 2014 ein Beitrag zu “Hart aber fair”: Frank Plasberg und die Vegetarier – reingefallen mit PR-Material. Der erste Aufschlag von Quarkundso.de im November 2014,, mit Auswirkungen auf den “Faktencheck”: Die Redaktion hat sich entschuldigt.

    Es gibt noch was zu Attila Hildmann, zur Kochshow “Game of Chefs” bei VOX, zum großen McDonalds-Storytelling beim Stern, zum Arche-Küchenkalender, zu Essen mit Kindern, den neuesten Artikel zum Ritual der Diät-Tipps nach den Feiertagen und anderem mehr.

    Viel Spaß beim Stöbern!

    Diät – endlich abnehmen, leichter schlank! Der STERN weiß, wie es geht. Von wegen.

     

     

     

    Es ist Januar, die Diätratschläge sind da. Ich weiß nicht, ob das wirklich an den wenigen Feiertagen liegt, an denen es lecker was zu essen gibt. Oder an den paar guten Vorsätzen, zu denen sich Leute zu Neujahr verpflichtet fühlen. Manche zumindest.

    Aber mit dem guten Essen ist es ja nicht so weit her, wenn man hört, was viele zu Weihnachten auf den Tisch stellen. Der Renner sind Würstchen mit Kartoffelsalat, danach kommen meist Fondue und Raclette, soll ja alles schnell gehen und keine Arbeit machen.

    Also ist es doch höchst unplausibel, dass alle über die Feiertage enorm zunehmen und danach sofort Diät machen müssen, um wieder auf Normalgewicht zu kommen. Wenn die Plätzchen aufgefuttert sind, erledigt sich das doch von selbst.

    Nein, die nackte Wahrheit sieht anders aus: Viele, laut Statistik sogar jeder Zweite, sind vorher schon zu dick. Über Weihnachten will sich natürlich keiner kasteien. Das ist nur zu verständlich. Aber danach soll alles anders werden.

    Tja. Hier kommt die schlechte Nachricht: Nichts wird anders. So jedenfalls nicht.

     

    Alle wissen es schon: Diäten funktionieren nicht

    Es hat sich ja schon längst rumgesprochen, dass Diäten nicht funktionieren. Warum, weiß zwar auch keiner so genau. Aber fest steht, dass kaum jemand das, was man so gemeinhin unter „Diät“ versteht, durchhält.

    Nach etwa einem Jahr Diät gleich welcher Couleur sind alle Abnehmwilligen wieder auf ihrem Ausgangsgewicht. Das haben die Langzeitstudien, die dazu schon gemacht wurden, übereinstimmend ergeben.

    Wobei diese Studien zu Diätmethoden ein ganz eigenes Thema sind. Die meisten gehen nämlich über recht kurze Zeiträume, weniger als ein Jahr, meist nicht länger als ein paar Wochen, maximal drei Monate.

    Das heißt, auch bei positivem Ausgang – ja! Die Teilnehmer haben toll abgenommen! – sagen die Studien nichts über den Erfolg des Programms im wirklichen Leben aus. Da muss man schon länger durchhalten.

    Im Zweifelsfall lebenslang.

    Dass die Studien kurz sind, hat natürlich Gründe, vor allem logistischer Art. Denn Menschen über längere Zeit zu überwachen, ihr Essen zu kontrollieren, sie zu wiegen und zu messen, Blut abzunehmen und die Daten zu erfassen ist gar nicht so einfach.

    Das sieht man auch daran, dass in jeder Studie Teilnehmer noch während der Laufzeit aussteigen: „Tschuldigung, echt jetzt, Leute, ich schaff das nicht. Der Fraß, den ihr uns da vorsetzt, geht gar nicht. Ich bin raus.“ Oder so ähnlich.

    Dropout-Rate, Ausfallrate, nennen das die Diät-Forscher. Die Ausfallrate bei Diät-Studien schwankt zwischen 10 und 80 Prozent. 80 Prozent! Das ist ein dicker Hund. Gut, bei kürzeren Studien bleiben die Leute eher bei der Stange, also bei Versuchen, die so über zwei bis vier Wochen gehen. Dauert die Studie aber länger, steigen immer mehr Leute aus.

    Bei einem Verlauf von sechs Monaten sind es im Schnitt 50 Prozent. Das ist die Hälfte. Wieder so ein Klopper: Die Hälfte aller Teilnehmer hält noch nicht einmal unter kontrollierten Bedingungen den Versuch durch, ein paar Wochen oder Monate weniger zu essen.

     

    Abnehmen ist ein dickes Ding

    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. So schwer ist das mit dem Abnehmen also, wenn man diese Ausfallrate der Studien als Beweis heranzieht? Allerdings ist es das – wobei dieser Schluss auch einen kleinen Haken hat: In der Regel nehmen an Diät-Studien keine gesunden oder gar schlanken Menschen teil.

    Warum auch. Noch nicht einmal moderat Moppelige sind da drin. Also Leute, die ein paar Kilos loswerden wollen, bevor die Bikini-Saison beginnt. Oder bei denen nach Weihnachten oder dem Urlaub die Lieblingsjeans zwickt. Bei denen geht es um zwei bis fünf Kilo. Höchstens.

    Nur sind die Probanden in Diätstudien in aller Regel keine Leute mit einem kleinen Figurproblem. Und die Betonung liegt hier auf „klein“.

     

    Keine urbanen Selbstoptimierer

    In Diät-Studien landen nämlich viele Leute mit einem riesengroßen Figurproblem. Kranke. Leute in Kliniken, wie dicke Diabetiker, oder Adipöse mit 15 bis 30 Kilo Übergewicht, was etwa BMI 30 entspricht. Das ist die gefährliche Grenze, ab der sich das Risiko für übergewichtsbedinge Krankheiten massiv erhöht.

    Oder es sind gleich Schweradipöse, die 120 bis 150 Kilo und mehr Lebendgewicht auf die Waage bringen. Und das schon so lange, dass sie mit ernsthaften Folgeschäden rechnen müssen, oder diese schon haben.

    Das sind keine urbanen Selbstoptimierer, die mit einem Sixpack liebäugeln.

    Kranke Menschen haben viele Probleme. Und dass sie sich schwer damit tun, eine Diät und strenge Regeln durchzuhalten, bei denen sie schlimmstenfalls völlig anders essen müssen als gewohnt oder hungern, leuchtet einigermaßen ein.

    Auch, dass sie vielleicht nie richtig schlank werden, weil ihr schon jahrelang gestörter Stoffwechsel das nicht mehr zulässt, ist verständlich. Und dass es fast übermenschlich ist, von heute auf morgen ein festgefahrenes Ernährungsmuster zu ändern, weiß jeder.

     

    Die bittere Wahrheit

    Was aber wirklich Sache ist, wird selten ausgesprochen. Manchmal flüstert sie einer vor Fachpublikum hinter verschlossenen Türen, wie 2012 Professor Hans Hauner, prominenter Ernährungsmediziner von der TU München, damals Chef der Deutschen Adipositasgesellschaft:

    „Adipositas ist nicht heilbar“.

    Zumindest nicht nach dem heutigen Stand der Forschung. Das ist eine echt bittere Pille. Bitter ist auch, dass man nicht sicher weiß, was dieses chronische Übergewicht verursacht. Die Gene sind es keinesfalls alleine und noch nicht einmal überwiegend.

    Die Anfänge werden schon in der Schwangerschaft der Mutter vermutet, auch bei der Babyernährung und im Kleinkindalter. Fehlprogrammierter Stoffwechsel, zu wenig Bewegung, schlechte Gewohnheiten, möglicherweise kommt da viel schon in der Jugend zusammen. Wie viele Faktoren es sind und wie man sie günstig beeinflussen kann, daran rätseln Mediziner weltweit herum.

    Gleichzeitig müssen sie die Folgen des grassierenden Übergewichts lindern und sich irgendwas zur Prävention ausdenken, wobei sie weitgehend im Nebel stochern. Kein leichter Job.

     

    Menschen wollen träumen

    Immerhin können wir froh sein, wenn nicht noch mehr Leute dick werden und die ohnehin schon Dicken extrem zulegen. Das wären amerikanische Zustände, und da sind wir zum Glück nicht.

    Noch nicht.

    Aber damit kann man sich natürlich nicht zufrieden geben. Man muss es wenigstens versuchen. Schon der Gesundheit wegen, aber auch wegen der Jugend, der öffentlichen Finanzen und überhaupt.

    Außerdem darf man Menschen ihre Träume nicht rauben.

    Also gibt es doch jeden Januar und jeden Mai die ultimativen Diät-Tipps. Jetzt wieder von allen, und auch vom STERN am 7. Januar 2016, mit dem üblichen Nackedei auf dem Titel. Das Versprechen auf dem Cover:

    „Leichter schlank. So nehmen Sie erfolgreich ab: mehr Lebensfreude, weniger Verzicht. Was Forscher empfehlen.“

    Wer jetzt misstrauisch wird, liegt richtig. Wir wissen ja schon, dass Diäten nicht funktionieren und starkes Übergewicht noch immer als unheilbar gilt.

     

    Diskretes Schweigen bei wichtigen Daten

    Tatsächlich macht der STERN auf dem Titel frech ein Versprechen, dass er gar nicht erst einzulösen vorhat. Denn im Artikel schafft es Autorin Nicole Heißmann virtuos, die Totalkapitulation der Übergewichtsforscher vor der unheilbaren Krankheit Adipositas als neues, entspanntes Abnehmkonzept zu verkaufen.

    Der wesentliche Punkt wird raffiniert verschleiert: Ums Schlankwerden geht es gar nicht. Niemand wird hier schlank, auch nicht von neuen Konzepten.

    Den Beweis liefert die ausgefeilte Erfolgsstory der Hauptprotagonistin: Eine Frau, die zuvor 150 Kilo wog, hat 66 Kilo abgenommen. Rein zahlenmäßig und auch für ihre Gesundheit bedeutet das natürlich enorm viel. Aber schlank ist sie nicht.

    Damit das keiner so schnell merkt, steht nirgendwo im Text die Zahl, die für das Ergebnis interessant ist: Was wiegt sie heute? Das muss man sich als Leser fix selbst ausrechnen, die Redaktion verschweigt es diskret.

    84 Kilo sind also noch da. Das ist natürlich ins Verhältnis zur Körpergröße zu setzen. Eine Frau von 1,80 wäre mit 84 Kilo fast normalgewichtig. Nur schweigt auch hier die Autorin. Da wird man schon etwas unwillig, denn die Körpergröße ist in diesem Zusammenhang wichtig.

    Nicht um einen Erfolg kleinzureden und Menschen abzuurteilen. Sondern um die Fakten ehrlich darzustellen.

    Sonst gaukelt man tausenden von unglücklichen Übergewichtigen vor, dass sie von 150 Kilo mir nichts, dir nichts auf Normalgewicht kommen oder gar gertenschlank werden können, und das mit „mehr Lebensfreude, weniger Verzicht“.

    Denn 84 Kilo sind eine Menge. Ist die Frau 1,65 groß, was dem deutschen Durchschnitt entspricht, hat sie immer noch rund 25 Kilo Übergewicht und einen BMI von 31. Sie wäre damit adipös. Stark übergewichtig. Nicht schlank, wie man uns versprochen hat.

    Wobei – den BMI erfahren wir im Text gar nicht erst. Auch den verschweigt die Autorin. Falls die Frau etwas kleiner ist als 1,65, hätte sie sicher gefährliches Übergewicht um BMI 30. Aber selbst wenn sie 1,70 groß wäre, hätte sie mit 84 Kilo immer noch einen BMI von 29,1. Immer noch an der Grenze zur Adipositas. Zu dick.

     

    Die Abteilung Grafik hat ganze Arbeit geleistet

    Auf den Bildern erkennt man das aber nicht. Da ist sie entweder alleine oder mit einem Mann zusammen, der optisch kleiner wirkt, zum Beispiel, weil er im Hintergrund steht. Die Daten des Mannes, dessen Geschichte auch erzählt wird, stehen mit einer Angabe mehr im Text, er ist 1,78 groß und wiegt 102 Kilo. Von 115 Kilo runtergekommen. Er hat also immer noch BMI 32, mit über 20 Kilo Übergewicht.

    Damit liegt auch er in der Kategorie „adipös“, oder, wie die Autorin sich nicht scheut zu sagen, „fettleibig“. In demselben Atemzug wischt sie allerdings schnell die Gewichtsklassifizierung über den BMI und überhaupt „solche Kategorien“ als „beschränkt“ vom Tisch.

    Beschränkt, nun ja. Bis heute gibt es keine Kategorie, die besser geeignet ist als der BMI, um eine erste Einschätzung zu Gewicht und Körperfett zu geben. Wohl nur eine erste Einschätzung, aber eine guter Anhaltspunkt. Das kann man nicht ernsthaft leugnen, auch nicht, wenn man es gut meint und Menschen unbedingt Hoffnung machen will.

    Aber egal – auf dem Bild, auf dem beide Protagonisten zusammen an einem Tisch sitzen, sind sie jedenfalls gleich groß und gleich vollschlank. Das wirkt unplausibel. Da es sich um eine Kombination von Zeichnung und Foto handelt, lässt sich nicht genau ermessen, ob die beiden wirklich an einem Tisch gesessen haben. Photoshop lässt grüßen.

     

    Hauptsache, das Storytelling stimmt!

    Irgendwie bleibt ein mulmiges Gefühl bei dem ganzen Ding.  Fünfmal die Woche, liest man am Ende, geht die Kronzeugin der Geschichte  ins Fitness-Studio. Ach so, das ist “leichter schlank”?

    Auch wird nirgendwo gesagt, wie lange die beiden Betroffenen gebraucht haben, um abzunehmen. Wie lange hat es gedauert, die 66 Kilo zu verlieren? Jahre, davon kann man ausgehen. Mindestens fünf, nicht darunter. Das ist eine lange Zeit.

    Wie lange hat der korpulente junge Mann gebraucht, um  von BMI 36 auf BMI 32 zu kommen? 13 Kilo hat er abgenommen. Zuvor kann man dem Text entnehmen, dass der nur mittelgroße Schauspieler noch mit 105 Kilo Gewicht weder sich selbst noch seiner Mutter als übergewichtig vorkam. Erst bei 115 Kilo fragte sie nach. Dann kam auch er drauf.

    Egal – das Storytelling ist straff aufs Ergebnis hin frisiert: Weg mit allen Fakten, die von der Suggestion der neuen Leichtigkeit ablenken könnten. Eliminieren, was den Service-Charakter stört.

    So entstehen zwei tröstliche Erfolgsgeschichten, nette Zeichnungen, und versöhnliche Botschaften: Ihr könnt nichts dafür, aber ihr könnt es schaffen, irgendwann und irgendwie, Hauptsache, ihr fangt mal an.

     

    Faktisch: Schadensbegrenzung

    Worum es aber wirklich geht in dem Artikel, ist in allen Punkten ein Abweichen auch nur von der Vorstellung stark Übergewichtiger, schlank zu werden.

    Es geht letztlich um Schadensbegrenzung bei Adipositas. Um das Verhüten von Schlimmerem, also weiterer Gewichtszunahme und Folgeschäden. Ein möglicherweise zumindest pragmatischer, gangbarer Weg.

    Und im Übrigen überhaupt nicht neu. Allerdings auch alles andere als ein Königsweg zur Figur des drahtigen Nacktmodels auf dem Titel.

    Was bei der Schadensbegrenzung helfen könnte, führen diverse Forscher im Artikel aus: Muskeltraining, allgemein Bewegung, besserer Umgang mit Stress, Umstellungen in der Ernährung, die auf Dauer durchgehalten werden können. Keine Rosskuren, keine unrealistischen Erwartungen. Ganz kleine Schritte.

    Auch der wesentliche Faktor Willenskraft kommt zur Sprache. Er lässt sich trainieren, ein Psychologe tritt sehr ein für das Einüben von gesunden Lebenseinstellungen und neuen, guten Gewohnheiten in Etappen. Das ist vielleicht der interessanteste Punkt an dem ganzen Dossier.

     

    Dick bleibt dick. Man kann aber gesünder leben

    Nur das große Abnehmen für stark Übergewichtige – das haben die Forscher abgeschrieben.

    Professor Joachim Hebebrand, Interviewpartner im Artikel, hat selbst 5000 Abnehmprogramme für Kinder und Jugendliche ausgewertet – mit enttäuschendem Ergebnis: Nach zwei Jahren waren alle Kinder immer noch dick. Das sähe bei Erwachsenen leider ähnlich aus, seufzt der arme Arzt im Interview.

    „Unter Umständen“ könne man etwas abnehmen, formuliert es Hebebrand vorsichtig. Aber im Grunde kommt es ihm darauf an, dass seine Patienten, wenn sie schon nicht abnehmen, wenigstens etwas für ihre Gesundheit tun.

    Mehr Bewegung, einen Anfang machen mit Spaziergängen und Tanzen, vielleicht sich einen Hund zulegen, damit man öfter vor die Tür kommt. Muskelaufbau ist wichtig, für alle und gerade für Übergewichtige.

    Aber leichter schlank? Von wegen.

     

    ©Johanna Bayer

    Der STERN-Artikel ist noch nicht online, die aktuelle Ausgabe gibt es am Kiosk. Aber dafür gibt es ausnahmsweise  einen Servicelink: den BMI-Rechner von der Apotheken-Umschau. Aus gg. Anlass! :-)

    Geld und so: Ja! Man kann jetzt spenden. Natürlich völlig freiwillig. 1 Euro würde schon reichen, mehr ist möglich – einfach ins Sparschwein stecken.

    Das steht mit diesem Bild ganz oben rechts im Menü. Wer draufklickt, landet bei PayPal, braucht zum Spenden aber kein PayPal-Konto.

    Und noch ein Anlass: Bei der Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres 2015 gab es für Quarkundso.de den Sonderpreis der Redaktion! Hier geht es zum Bericht. Quarkundso.de ist außerdem nominiert zum Foodblog des Jahres 2015 bei den Goldenen Bloggern! Bitte Daumen drücken – am 25.1.2016 entscheidet die Jury in Berlin.goldener-blogger-klein-gif-1

    Sonderpreis für Quarkundso.de bei der Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres 2015!

    Wahl    Wahnsinn!

    Die Nachricht von der Auszeichnung der Redaktion “Wissenschaft kommuniziert” kam am 4. Januar: Sonderpreis für Quarkundso.de bei der Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres 2015 kam heute. Aus der Begründung :

    “…fachkundig, gut recherchiert und ohne Furcht vor großen Namen… Ein unterhaltsamer und informativer Blog, bei dem man mehr über Ernährung lernen kann, als in den Medien sonst so geboten wird.”

    Ich freue mich riesig und nehme den Sonderpreis, überreicht von Reiner Korbmann, dem höchst renommierten Wissenschaftsjournalisten, selbst ein engagierter Blogger, gerührt entgegen. Und arbeite am nächsten Beitrag. Aus gg. Anlass wird es um Diät gehen. Die Feiertage sind ja rum.

    Hier geht es zum Bericht über die Wahl des Wissenschaftsblogs 2015 mit allen Preisträgern.

    Vielleicht kommen jetzt noch interessierte Wähler oder eifrige Kritiker vorbei, die nachschauen wollen, ob es hier überhaupt Wissenschaft gibt. Dazu stellt Quarkundso.de ultimativ fest:

    Essen ist Wissen. Vor allem, wenn man es selbst macht.

    Ohne Essen keine Wissenschaft. Das erklärt sich ohne weiteren Kommentar.

    Die Wissenschaft vom Essen ist die älteste Wissenschaft überhaupt. Denn Kochen ist die Mutter aller Naturwissenschaften.

    So. Das mal dazu. Wer intensiver prüfen möchte, wie sich Quarkundso.de zur Wissenschaft verhält: Hier ist ein kleiner Schnellservice, ausgesuchte Beiträge mit deutlichem Wissenschaftsbezug.

    Essen bei Hitze und die üblichen Tipps: Gefühlte Wissenschaft und was Experten wirklich sagen.

    Heiligt der Zweck die Mittel? Nein, eindeutig nicht – wenn man es mit den Fakten genau nimmt. Aber der Philosoph Harald Lemke in GEO  tut das nicht wirklich – schließlich will er ja die Welt retten.

    Olle Kamellen in der “großen Zuckerlüge” von ARTE – warum uns der große Alarm und die steilen Thesen des Neurowissenschaftlers Robert H. Lustig und des Wissenschaftsjournalisten Gary Taubes nicht weiterhelfen.

    WHO wider die Wurst – Krebs, Krebsrisiko und das Dilemma der Ernährungswissenschaft.

    Zu beiden Reizthemen – Zucker und Wurst –  erschien auch ein kleiner Nachschlag: Waren das nur Luftnummern? Hier gibt es nicht nur Wissenschaft, sondern auch Nutzwert.

    Gute Butter und beste Absichten: Warum Food-Blogger wissen sollten, was sie tun, wenn sie der Kampagne einer Großmolkerei auf den Leim gehen.

    Frank Plasberg und die Vegetarier – reingefallen mit PR-Material. Der erste Aufschlag von Quarkundso.de im November 2014,, mit Auswirkungen auf den “Faktencheck”: Die Redaktion hat sich entschuldigt.

    Natürlich haben alle anderen Beiträge auch Wissenschaft drin und dahinter, bitte gerne stöbern und lesen.